AK Test: Große Unterschiede bei den Angeboten für eine private Pflegeversicherung 1

Wien (OTS/AK) - Die AK hat schon 2007 den Markt für private Pflegeversicherungen unter die Lupe genommen und nun erneut Angebote analysiert. Das Ergebnis: Die Anbieter rüsten auf - derzeit sind elf am Markt. Große Unterschiede gibt es bei den Angeboten, wie die Versicherer die Pflegebedürftigkeit einstufen, beim Leistungsanspruch und den Prämien. "Die unterschiedlichsten Angebote machen einen Vergleich schwierig" resümiert AK Konsumentenschützer Christian Prantner.

Pflegebedürftige haben einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegegeld. Es gibt sieben Stufen. Die Höhe hängt vom Pflegeaufwand ab.

Die AK hat den Verein für Konsumentenschutz (VKI) beauftragt eine Erhebung über die private Pflegeversicherung aus dem Jahr 2007 zu aktualisieren. Waren 2005 noch fünf Anbieter am Markt, sind es derzeit elf. Fazit: Die Angebote sind ebenso wie die Prämien höchst unterschiedlich.

Für die Einstufung der Pflegebedürftigkeit unterscheiden die Versicherer zwei Arten von Modellen. Die meisten orientieren sich bei der Definition der Pflegebedürftigkeit an dem Bundespflegegesetz. Zwei der analysierten Pflegeversicherungen richten sich bei der Einstufung danach, ob der/die Versicherungsnehmer/in bestimmte Tätigkeiten des täglichen Lebens ohne fremde Hilfe verrichten kann.

Die Prämien für eine private Pflegeversicherung sind relativ hoch. "Je früher die Versicherung abgeschlossen wird, desto niedriger die Prämie", sagt Prantner. Für ältere Personen wird es schon sehr schwierig bis nicht mehr leistbar, für einen Pflegefall vorzusorgen. "Wenn man in einem höheren Alter in den Vertrag einsteigt, wird es zunehmend teurer." Während manche Versicherungen auch Kindern den Abschluss ermöglichen, gibt es auch Produkte, die erst ab dem 35igstem Lebensjahr abgeschlossen werden können. Das Höchstabschlussalter liegt bei den untersuchten Produkten bei 60 bis 75 Jahren.

Wann die Versicherungen zahlen, wird unterschiedlich gehandhabt. So leisten manche Produkte nur bei schwerster Pflegebedürftigkeit, andere wiederum bereits ab Pflegestufe eins. Bei vorübergehender Pflegebedürftigkeit zahlen nur zwei, während eines Spitalsaufenthalts immerhin vier Anbieter. Die Tarife sind aufgrund der unterschiedlichen Leistungen kaum vergleichbar. Die von den Versicherern festgelegten Höchstsätze je Pflegestufe sind sehr verschieden. Die Einschränkungen sind wenig durchschaubar, etwa eine Wartefrist für einen möglichen Leistungsbezug, oder ob Leistungen bei einem Wohnsitz im Ausland ausbezahlt werden.

SERVICE: Mehr zur AK Studie "Private Pflegeversicherungen" unter wien.arbeiterkammer.at (Forts.)

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