Foglar: Arbeitsplätze schaffen durch Investitionen in den Sozialstaat

Sechs Prozent mehr Arbeitslose als vor einem Jahr

Wien (OTS/ÖGB) - "Österreich braucht mehr Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik - und mehr Unternehmer, die ältere Menschen einstellen beziehungsweise ältere ArbeitnehmerInnen nicht kündigen", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar anlässlich der veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für den vergangenen Dezember. Im Vergleich zum Dezember 2011 ist die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen um sechs Prozent auf 322.981 angestiegen; weitere 62.457 befanden sich in Schulungen des AMS. Besonders dramatisch war der Anstieg bei Menschen mit Behinderung (plus 15 Prozent), AusländerInnen (plus 11,7 Prozent), Älteren (plus 9,3 Prozent) und Langzeitarbeitslosen (plus 36 Prozent).++++

Der Sozialstaat hat bisher wesentlich dazu beigetragen, dass Österreich besser durch die Krise gekommen ist als andere Länder. "Was wir jetzt brauchen sind Wachstum und Beschäftigung. Einen ganz wesentlichen Wachstumsimpuls stellen Investitionen in die aktive Arbeitsmarktpolitik dar. Investiert muss vor allem in Weiterbildung und Höherqualifizierung werden, denn die Hälfte der Arbeitslosen ist nur gering qualifiziert. Dafür braucht das AMS mehr Geld und mehr Personal", fordert Foglar.

Investitionen in den Sozialstaat, vor allem in Bildung, Kinderbetreuung, Pflege- und Gesundheit schaffen Arbeitsplätze, dadurch steigen die Einnahmen aus Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen, gleichzeitig sinken dadurch die Kosten des AMS", sagt Foglar.

Malus für Firmen, die keine Älteren beschäftigen

Die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen ist im Dezember erneut angestiegen. "Da viele Arbeitgeber nicht bereit sind, von selbst Ältere zu beschäftigen, bedarf es entsprechender Anreize beziehungsweise Sanktionen für eine entsprechende Verhaltensänderung", fordert Foglar ein Bonus-Malus-System. Unternehmen, die keine oder zu wenige ältere MitarbeiterInnen beschäftigen, sollen einen Malus zahlen. Firmen, die überdurchschnittlich viele Ältere beschäftigen, sollen mit einem Bonus belohnt werden.

ArbeitnehmerInnen erst gar nicht arbeitslos werden lassen

"Die beste Arbeitsmarktpolitik ist aber diejenige, die dafür sorgt, dass die Menschen erst gar nicht arbeitslos werden", sagt Foglar. Dafür habe die Regierung in den vergangenen Wochen wichtige Impulse gesetzt, etwa die Reformen bei Kurzarbeit und Bildungskarenz. Maßnahmen seien aber auch im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention notwendig, denn arbeitsbedingte Krankheiten seien zudem für viele Menschen ein Grund, warum sie in ihren Berufen nicht mehr arbeiten können. (fk)

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