Neues Volksblatt: "Zocker" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 29. Dezember 2012

Linz (OTS) - Glaubt man den Meinungsforschern, dann gibt es eine seit Monaten stabile Mehrheit für die Beibehaltung der Wehrpflicht und des Zivildienstes. Was kein Wunder ist - wer tauscht schon gern ein bewährtes System gegen ein neues, das mit großen Risiken verbunden ist?
Nur Zocker - und was von denen zu erwarten ist, haben die Steuerzahler bei den Spekulationen mit Steuergeld leidvoll erfahren müssen.
Was das Risiko betrifft ist der von der SPÖ betriebene Umstieg vom Wehr- und Zivildienst auf ein Berufsheer mit freiwilligem bezahlten Sozialjahr mit dem Linzer Swap vergleichbar. Denn erstens ist es unwahrscheinlich, dass das freiwillige Sozialjahr den Zivildienst ersetzen kann, zweitens ist es unwahrscheinlich, dass ein kleines Berufsheer mit großen Katastrophen fertig wird, und drittens ist es unwahrscheinlich, dass die Berufsheer-freundlichen Kostenschätzungen der SPÖ halten werden.
Finnland wird uns Österreichern immer als Vorbild hingestellt - also bleiben wir dort: Finnland setzt weiter auf die Wehrpflicht und stützt sich dabei auf eine Studie, wonach ein Berufsheer vier Mal so viel kosten würde wie die bestehende Wehrpflicht.
Nicht ein bisserl mehr, worüber man streiten könnte, nein - viermal so viel kostet ein Berufsheer, wenn es halbwegs die bisherigen Aufgaben erfüllen soll. Sagen die Finnen - und die können rechnen, wie man spätestens seit PISA weiß.

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