E-Wirtschaft: Neuer Leitfaden für Fischaufstiegshilfen soll für praxisgerechte Lösungen sorgen

Flexible und anlagenspezifische Regelungen bringen mehr Planungssicherheit für Kraftwerksbetreiber

Wien (OTS) - Als positives Ergebnis eines langen Diskussionsprozesses sieht Österreichs E-Wirtschaft den neuen "Leitfaden Fischaufstiegshilfen", der vom Umweltministerium als weiterer Schritt im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Österreich publiziert wurde. "Es ist gelungen, praxisgerechtere Formulierungen zu finden, die eine deutliche Verbesserung der Planungssicherheit für Wasserkraftwerksbetreiber darstellen", erklärte Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, der Interessenvertretung der E-Wirtschaft.

Wesentlich für den Erfolg des Leitfadens wird aus Sicht von Oesterreichs Energie sein, dass die Kriterien des Leitfadens primär als unterstützendes Planungsinstrument gesehen werden und nicht als verbindliche Rechtsnorm, damit weiterhin innovative und nachhaltige Lösungen möglich bleiben, die sich an den speziellen Bedingungen der einzelnen Anlagen orientieren. Schmidt: "Positiv ist, dass individuelle Lösungen aufgrund lokaler Gegebenheiten definitiv nicht ausgeschlossen werden, sofern deren Funktionalität nachgewiesen wird."

Speziell bezüglich der Praxistauglichkeit und Funktionalität bietet die nunmehr im Leitfaden gefundenen Lösungen Vorteile und konkrete Verbesserungen. Fischaufstiegshilfen, die gemäß den vorliegenden Kriterien errichtet werden, sollten mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ihre Funktion erfüllen womit eine umfassende und teure Funktionskontrolle entfallen kann.

Etwas geringer als im ursprünglichen Entwurf werden die Erzeugungsverluste der heimischen Wasserkraftwerke ausfallen, die durch den Einbau von Fischaufstiegshilfen in Bezug auf die geforderte Dimensionierung der Leitströmung auftreten werden. Ersten Schätzungen zufolge könnte sich die Stromproduktion aus den bestehenden Wasserkraftwerken dadurch um rund 100 Millionen Kilowattstunden pro Jahr verringern. Ursprünglich waren Erzeugungsverluste befürchtet worden, die ein Mehrfaches betragen. Schmidt: "In Summe ergibt sich aus heutiger Einschätzung für die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie als Kombination der Restwasserdotierung und der Durchgängigkeit eine Mindererzeugung für Österreich von etwa 1,65 Milliarden Kilowattstunden. Eines ist klar: jede Kilowattstunde, die wir aus erneuerbarer Energie bereitstellen können, von enormer Bedeutung."

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