Energie AG Oberösterreich mit solidem Geschäftsergebnis weiter am Erfolgsweg

Geschäftsjahr 2011/12 war eines der herausforderndsten seit der Strommarkt-Liberalisierung. Dank Optimierung interner Abläufe ist eine solide Performance gelungen.

Linz (OTS/Energie AG) - Nach Bereinigung positiver und negativer Einmaleffekte wurde das Budgetziel übererreicht. Durch die konsequente, permanente Kostenoptimierung, insbesondere im Programm "Fit 2012" konnten die Weichen gestellt werden, um die anstehenden Herausforderungen der Zukunft bewältigen zu können.

  • Der Konzernumsatz war erstmals seit der Strommarktliberalisierung im Vergleich zum Vorjahr mit 2,12 Milliarden Euro (-4,3 %) rückläufig.
  • Eine bilanzielle Vorsorge in Höhe von 35 Millionen Euro für das Gas-und-Dampf-Kraftwerk Timelkam wurde getroffen.
  • Das operative Ergebnis (EBIT) liegt trotz dieser Absicherungsmaßnahme und anderer Einmaleffekte bei 115,2 Millionen Euro (-8,3 %). + Die Sachinvestitionen liegen mit 178,2 Millionen Euro (+9,1 Mio. Euro) deutlich über dem Wert des Vorjahres.

Im Jahr 2012 hat sich die Erholung der Weltwirtschaft deutlich verlangsamt, der Hauptmarkt Österreich lässt noch mit einem soliden Wachstum aufwarten. Wesentlich machen sich allerdings die Rezession und der Rückgang der Wirtschaftsentwicklung in den relevanten CEE-Staaten bemerkbar.

Unter diesen anspruchsvollen Rahmenbedingungen konnte im Geschäftsjahr 2011/2012 (01.10.2011 bis 30.09.2012) mit einem Umsatz von 2.123,8 Mio. Euro ein Ergebnis (EBIT) von 115,2 Mio. Euro erwirtschaftet werden. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis liegen angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen leicht unter den Vorjahreswerten (Umsatz -96,1 Mio. Euro / - 4,3 %; Ergebnis -10,4 Mio. Euro / -8,3 %).

Im Ergebnis ist auch bereits eine bilanzielle Vorsorge für das Gas-und-Dampf-Kraftwerk Timelkam in Höhe von 35 Mio. Euro beinhaltet. Wie bei vielen gasbetriebenen Kraftwerken in Europa wurde diese Maßnahme aufgrund der aktuellen Energiemarktentwicklung notwendig.

Durch das Kostenmanagementprogramm "Fit 2012" wurde in der Energie AG aus eigenem Antrieb ein Konsolidierungskurs eingeschlagen, dessen Ziel nachhaltige Ergebnisverbesserungen in Höhe von ca. 20 Mio. Euro sind. Das Ergebnis dieses Prozesses wird schrittweise ab dem Geschäftsjahr 2012/2013 ergebniswirksam.

Das grundsätzlich positive Ergebnis der Energie AG ist auch dadurch belegt, dass im abgelaufenen Geschäftsjahr auch das Investitionsvolumen deutlich höher lag als im Vergleichszeitraum: in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden mit 178,2 Mio. Euro um 9,1 Mio. mehr investiert als im Geschäftsjahr 2010/2011.

Highlights aus dem Geschäftsjahr 2011/2012:

  • Neue Wasserkraftwerke in Stadl-Paura und Kleinarl werden gebaut
  • Errichtung von 1100 KWp Photovoltaikleistung an dezentralen Kraftwerksstandorten im Zuge der Bürgerbeteiligungsaktion "Sonnenenergie für Oberösterreich"
  • Pumpspeicherkraftwerk Ebensee zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht
  • Umweltverträglichkeitsprüfung für ein neues Gas-und-Dampf-Kraftwerk als Zukunftsoption für den Kraftwerksstandort Riedersbach mit positiven Bescheid abgeschlossen
  • Beginn von Windmessungen an potenziellen Standorten im Voralpenland in den Bezirken Kirchdorf und Steyr-Land
  • Projektentwicklung von Windkraftprojekten mit einer Gesamtleistung von 256 MW in Polen
  • Umbau des Netzes zum Stromnetz der Zukunft mit dem Flächenrollout der intelligenten Stromzähler läuft (derzeit mehr als 100.000 Zähler installiert)
  • Testnetz eines intelligenten Stromnetzes in Eberstalzell als Pilotprojekt weiter ausgebaut
  • Baubeginn für die Bio-Fernwärmeversorgung der Stadt Steyr gemeinsam mit der EVN
  • Erschließung und Ausbau von Österreichs größtem Geothermieprojekt in und um die Messestadt Ried
  • Erneuerung und Inbetriebnahme des Blockheizkraftwerkes für die Fernwärmeversorgung von Kirchdorf
  • Inbetriebnahme Bio-Fernwärmeversorgung in Freistadt
  • Beginn der Biogas-Einspeisung in das Erdgasnetz in Engerwitzdorf
  • Vorbereitung und Inbetriebnahme Kundenrechenzentrum PowerCube

Segment Energie:
Mehr Stromverbrauch, volatile Strommarktpreise und großer Erfolg von Photovoltaik-Anlagen

Nach der unterdurchschnittlichen Wasserführung im Vorjahres-Vergleichszeitraum war das abgelaufene Geschäftsjahr 2011/2012 wieder ein überdurchschnittliches Jahr für die Stromerzeugung aus Wasserkraft. Gleichzeitig gestaltet sich das Marktumfeld für die Stromerzeugung in thermischen Kraftwerkes als überaus schwierig: Vor allem die hohen Preise für die Energieträger bei gleichzeitig niedrigen Großhandelspreisen erzeugen unwirtschaftliche Einsatzbedingungen für Wärmekraftwerke. Ein Problem stellen zudem die erneuerbaren Energieträger dar, die durch Förderungen in den Markt drängen und konventionelle Kraftwerke unwirtschaftlich machen.
Mit einem Umsatz von 1.588,3 Mio. Euro wurde im Segment Energie im abgelaufenen Geschäftsjahr ein EBIT von 85,6 Mio. Euro erwirtschaftet. Das EBIT lag aufgrund der bilanziellen Vorsorge für die GuD Timelkam um -18,8 % unter dem Wert des Vorjahres (105,4 Mio. Euro).

Segmentbereich Erdgas: Biogas und Wärmeversorgung gefragt

Der reibungslose Betrieb, die optimale Wartung und der bedarfsgerechte, an den Kundenwünschen orientierte Ausbau dieses Erdgas-Leitungsnetzes obliegt der OÖ. Ferngas AG. Im Geschäftsjahr wurden 974 neue Hausanschlüsse (2010/2011: 979) errichtet, über die Gasvertriebstochter OÖ. Gas-Wärme GmbH konnten ca. 5.600 Neukunden mit einer Jahresabsatzmenge von insgesamt 179 GWh in Österreich und über 150 Kundenanlagen mit einer Jahresabsatzmenge von rd. 61 GWh in Deutschland gewonnen werden. Dieses Wachstum wurde zu rund zwei Drittel durch die erfolgreiche Einführung des Internet-Produktes "www.gasdiskont.at" erzielt.

Segmentbereich Wärme: Nachhaltig saubere und kostengünstige Wärmeversorgung liegt im Trend

Im Geschäftsjahr 2011/2012 wurde in den Netzen in Oberösterreich und Tschechien in Summe 624 GWh Wärme an die Kunden abgegeben. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (634 GWh) konnte trotz eines sinkenden spezifischen Verbrauches durch verbessertes Energieeffizienzbewusstsein sowie ungünstigen witterungsbedingten Rahmenbedingungen das Niveau des Vorjahres fast wieder erreicht werden.

Durch das Experten-Know-how der Energie AG im Bereich Geothermie wurde die zuständige Konzerngesellschaft, die Energie AG Oberösterreich Wärme GmbH, mit einem Projekt zur Erforschung geothermischer Potenziale im Zusammenhang mit der Strom- und Fernwärmenutzung beauftragt. Projektpartner sind Geoteam und Joanneum Research, der Endbericht wird Mitte 2014 vorliegen.

Segment Entsorgung:
Wesentliche Effizienzsteigerung bei schwierigen Marktbedingungen

Der Umsatz im Segment Entsorgung lag im Geschäftsjahr 2011/2012 mit 428,1 Mio. Euro zwar deutlich unter dem Vorjahreswert (468,5 Mio. Euro, -8,6 %), allerdings konnte durch die bereits im vorangegangen Jahr eingeleiteten Effizienzsteigerungen und den Verkauf der AVE Tierkörperverwertungs GmbH das Ergebnis um 63,6 % auf nunmehr 21,1 Mio. Euro gesteigert werden. Eine besondere Herausforderung stellt die Entwicklung der Wertstoffpreise dar: Nach anfänglicher Erholung der Wertstoffpreise insbesondere bei Papier und Karton musste vor allem im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres ein massiver Rückgang in nahezu allen Rohstoffgruppen hingenommen werden.
Der im Geschäftsjahr 2010/2011 beschlossene Rückzug aus Bayern als Teil der Strukturoptimierung wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr vollständig abgewickelt. Ebenso wurde der Verkauf der Tierkörperverwertung in Regau erfolgreich abgeschlossen. Beide Verkäufe spiegeln sich (zum Teil) im Umsatz- und Mengenrückgang wider.

Begonnen wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr auch der Strategiecheck zur Zukunft der AVE-Gruppe. Ergebnisse des derzeit laufenden Analyseprozesses, der von der Société Générale begleitet wird, sollen im 1. Quartal des Kalenderjahres 2013 vorliegen.

Segment Wasser:
Umsatz sinkt leicht, EBIT weiterhin deutlich im Plus

Auch im Segment Wasser musste im abgelaufenen Geschäftsjahr ein leichter Umsatzrückgang von 134,0 auf 131,3 Mio. Euro (-2,0 %) hingenommen werden. Das Ergebnis stieg gegenüber Vorjahr allerdings erneut an und verbesserte sich um 16,4 % auf 8,5 Mio. Euro. Dieses deutliche Plus ist vor allem auf Strukturbereinigungen und die Optimierung der Geschäftsabläufe zurückzuführen.
Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 53,3 Mio. m3 Trinkwasser und 44,0 Mio. m3 Abwasser nahezu die gleichen Mengen wie im Vergleichszeitraum 2010/2011 fakturiert. Per 30.09.2012 werden 1,05 Mio. Einwohner mit Trinkwasser versorgt und für 696.000 Kunden die Abwasserentsorgung durchgeführt.

Konservative Ausrichtung im Finanzmanagement: Fokus auf Liquidität, Bonität und Unternehmenswert

Die anhaltenden Spannungen im Zusammenhang mit den Staatshaushalten von EURO-Mitgliedsländern lassen den Konzernfokus weiterhin verstärkt auf der Erhaltung von Liquidität und Bonität beruhen. Deshalb wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr an der konservativen Ausrichtung der Finanzierungs- und Veranlagungsstrategie festgehalten. Zur Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit und zur Optimierung der Finanzierungskosten legt der Energie AG-Konzern großen Wert auf größtmögliche finanzielle Flexibilität und die Absicherung einer nachhaltig starken Bonität.
Eine gute Bonität sowie ein starkes Rating sichern den jederzeitigen Zugang zu den nationalen und internationalen Geld- und Kapitalmärkten. Die Energie AG Oberösterreich hat im Februar 2012 erneut die sehr gute Bonitätsnote "A" für ihr Kreditrating von Standard & Poor's bestätigt erhalten (Outlook stabil). Damit liegt die Energie AG mit ihrem Rating am oberen Ende der Bandbreite in der österreichischen, und auch der europäischen, Peer-Group der Energieversorger.

Diese starke Bonitätsnote versetzt den Konzern in die Lage, jederzeit kostenoptimalen Zugang zu Finanzierungen zu erhalten. Die sehr gute Bonitätsnote ermöglicht es der Energie AG zudem, eine Vielzahl von Finanzierungsquellen in Anspruch zu nehmen.
Der Energie AG-Konzern kann auf eine ausgeglichene Fristenstruktur seiner Finanzierungen bauen. Das Tilgungsprofil des Konzerns ist geprägt von endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit Restlaufzeiten bis zu 18 Jahren. Nach einer vorzeitigen Rückführung von Finanzverbindlichkeiten mit einer Fälligkeit im April 2013 (bereits im Oktober 2012 getilgt) besteht ein wesentlicher Refinanzierungsbedarf erst wieder im Geschäftsjahr 2015/2016. Durch die soliden Liquiditätsreserven sind die künftigen Refinanzierungserfordernisse des Konzerns entsprechend abgedeckt. Somit ist aus heutiger Sicht das Refinanzierungsrisiko weiterhin als minimal einzustufen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit des Konzerns zu gewährleisten, wird ein Mix aus strategischen Liquiditätsreserven und unbelasteten Kreditlinien bei österreichischen Banken vorgehalten. Aufgrund des aktiven Investitions- und Finanzmanagements und der proaktiven Kostensteuerung konnte trotz der schwierigen und volatilen Umstände der Unternehmenswert auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.

Der aktelle Geschäftsbericht steht in deutscher und englischer Sprache auf der Homepage www.energieag.at zum Download bereit.

Rückfragen & Kontakt:

Michael Frostel
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