Wurm zu Einkommensbericht: Gender-Gap auch bei AkademikerInnen

Transparenz soll auch in Unternehmen Lohngerechtigkeit durchsetzen

Wien (OTS/SK) - Wie wichtig Maßnahmen wie Einkommenstransparenz, Gehaltsrechner und Quotierungen sind, beweisen die Ergebnisse des Einkommensberichts des Rechnungshofes. Denn die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern vor allem im privaten Sektor ist nach wie vor eklatant und seit 14 Jahren unverändert. "Selbst gut ausgebildete Akademikerinnen, allen voran niedergelassene Ärztinnen oder Rechtsanwältinnen, verdienen nach wie vor deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen", sagte SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm, die Aussagen kritisiert, wonach gute Ausbildung vor Gehaltsunterschieden "schütze". Immerhin verdienen Ärzte und Rechtsanwälte 1,7 Mal mehr als ihre weiblichen Kolleginnen mit einem mittleren Einkommen von 40.627 Euro. "Der Vergleich macht sicher! Auch der Rechnungshof hat festgestellt, dass im öffentlichen Dienst die Einkommensschere verringert werden konnte", betonte Wurm am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Während in der Privatwirtschaft Frauen um rund ein Fünftel (21 Prozent) weniger als Männer verdienen, betrage der Unterschied im Bundesdienst Teilzeit bereinigt 15 Prozent. Zurückzuführen sei das auf die Altersstruktur - Frauen im Bundesdienst sind deutlich jünger als Männer und stellen bei den Vertragsbediensteten mit flacheren Einkommenskurven die Mehrheit - und die Tatsache, dass Überstunden im öffentlichen Dienst öfter von Männern geleistet werden. "Im Bundesdienst gibt es neben der Quote viele Maßnahmen zur Frauenförderung, darüber hinaus spezielle Ausbildungsangebote für Frauen und Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Kindern - wie etwa den Papamonat. Die von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek gesetzten Maßnahmen wirken", betonte Wurm. Das mittlere Einkommen der Beamtinnen erreichte 2011 immerhin 94 Prozent des Vergleichswerts der männlichen Kollegen, bei den Vertragsbediensteten waren es 77 Prozent.

"Dass wir im Jahr 2012 noch immer 23,7 Prozent Lohnunterschiede haben, ist ein Armutszeugnis. Ein großer Teil ist auf Gründe im Zusammenhang mit Teilzeit, Überstunden und Berufswahl zurückzuführen. Rund 15 bis 18 Prozent kann man überhaupt nicht erklären. Das sind reine Diskriminierungsprozente", erklärte Wurm, daher sind Maßnahmen für mehr Transparenz ein wichtiger Beitrag für mehr Lohngerechtigkeit. "Die Unternehmen müssen jetzt diese Maßnahmen, wie Einkommensbericht und Gehaltsangaben in Stelleninseraten umsetzen und damit Licht ins Dunkel der Gehaltsunterschiede bringen und einen weiteren Schritt in Richtung Lohngerechtigkeit setzen", forderte Wurm. (Schluss) up/rm

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