Zwei kontrastreiche Tanzeinlagen aus Schloss Hof: Das Neujahrskonzertballett im ORF

Premiere für Choreograph Ashley Page, sechstes Mal für Kostümdesigner Johan Engels

Wien (OTS) - Zum "Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker", das der ORF am 1. Jänner 2013 ab 11.15 Uhr live in ORF 2 überträgt, gehört auch diesmal wieder das mittlerweile ebenso traditionsreiche Neujahrskonzertballett. Dieses kommt heuer anlässlich des 350. Geburtstags von Prinz Eugen von dessen ehemaligem Land- und Jagdsitz Schloss Hof. Die beiden künstlerisch sehr unterschiedlichen Einlagen zu den Klängen von "Wo die Zitronen blüh'n", Walzer von Johann Strauß, und "Galoppin", Polka von Josef Strauß, werden von zehn Tänzerinnen und Tänzern des Wiener Staatsballetts gestaltet -darunter die Ersten Solotänzer Olga Esina, Nina Poláková, Maria Yakovleva und Kirill Kourlaev - und wurden bereits im Sommer dieses Jahres aufgezeichnet.

Die beiden Tanzstücke erzählen zwei besondere Geschichten: Die elegant-fließend romantische Einlage in den Prunkräumen des Barockschlosses wirft einen mysteriösen Blick zurück in die Vergangenheit, das fröhlich-ausdrucksstarke Karnevalszenario im Labyrinthgarten vermittelt Lebensfreude pur. Zum ersten Mal hat mit Ashley Page ein Brite die Choreographie übernommen, die wunderschönen Kostüme dazu entwarf - wie immer mit treffsicherem Geschmack und Stilgefühl - bereits zum sechsten Mal Johan Engels.

Page: "Ein großer Nervenkitzel, eine besondere Erfahrung"

Das Neujahrskonzertballett zu erarbeiten, war für Choreograph Ashley Page eine "sehr stimulierende Erfahrung und ein großes Vergnügen". Die künstlerische Herausforderung lag für den ehemaligen ersten Solisten am Royal Opera House in London, der in den vergangenen zehn Jahren Direktor des Scottish Ballet in Glasgow war, darin "zu versuchen, etwas anders zu machen als in den Vorjahren, etwas, das sich ein bisschen anders 'anfühlt'. Das war nicht leicht, da schließlich alle früheren Tanzeinlagen, die ich gesehen habe, wirklich gut waren und die Handschrift eines jeden Choreographen dabei stark zu spüren war. Gemeinsam mit dem Regisseur und den Kostümdesigner haben wir beschlossen, dem Ballett auf Schloss Hof mit seinen wunderschönen Räumen und Gärten eine filmischere Atmosphäre zu verleihen", so Page.

Dass die ORF-Übertragung des von ihm choreographierten Balletts weltweit von Millionen von Menschen auf allen fünf Kontinenten gesehen wird, hat den Tanzprofi während der Arbeit doch etwas beeindruckt. "Es ist unvermeidlich, dass diese Tatsache einen großen Nervenkitzel darstellt. Während der Dreharbeiten waren wir uns immer dessen bewusst, dass das, was wir da tun, ein riesiges Publikum erreicht. Aber statt uns nervös zu machen, hat es uns eher angespornt, noch wagemutiger und selbstkritischer bezüglich des Inhalts und der Machart zu sein. Ich war als Tänzer und auch als Choreograph an vielen Tanzdrehs beteiligt, aber das war eine andere, ganz besondere Erfahrung für mich!", schwärmt Page.

Engels: "Jedes Mal habe ich etwas Neues dazugelernt"

In prächtige, äußerst kontrastreiche Roben gehüllt werden die Solistinnen und Solisten des Wiener Staatsballetts von Johan Engels. Nach 1997, 1999, 2003, 2004 und 2011 ist der international gefragte südafrikanische Bühnen- und Kostümdesigner heuer zum sechsten Mal für die Optik der Tänzerinnen und Tänzer verantwortlich. "Es ist eine große Ehre für mich, dass ich schon so oft gefragt wurde, Teil dieses großen österreichischen Kulturevents zu sein. Jedes Mal habe ich etwas Neues dazugelernt, darüber, wie diese Ballettstücke sich in die musikalischen Programme des Neujahrskonzerts hineinfügen." Trotz der - positiven - "Routine" ist die Ausstattung des Balletts für Engels nach wie vor etwas Besonderes: "Es ist überwältigend, wenn ich daran denke, dass so viele Menschen weltweit meine Arbeit sehen werden! Es ist eine Zeit voller Freude, und das Neujahrskonzert verbindet jedermann für einen Moment lang, wo auch immer man sich auf der Welt aufhält. Das macht dieses Projekt zu einem ganz besonderen Anlass für mich", so Engels.

Geisterhafte Roben und farbenrohe Karnevalskostüme

"Geister" und "Karneval" sind die Themen seiner diesjährigen Kostümarbeit. Dazu erklärt Johan Engels: "Als der Choreograph und ich zum ersten Mal das wunderschöne Schloss Hof sahen, fanden wir, dass es ein Platz voller Erinnerungen und vielleicht sogar auch einiger Geister ist. So beschlossen wir, den Walzer als ein Aufeinandertreffen dieser Erinnerungen zu interpretieren und haben jedes Tanzpaar in ein anderes historisches Kostüm gekleidet. Die Erinnerungen erwachen und treffen sich zum Tanz im exquisiten Weiß des Prunksaals. Daher kam die Idee, die Kostüme alle in Weiß zu halten, was dem Ganzen eine geisterhafte, aber durchaus freudige Atmosphäre verleiht, die zur wunderschönen Musik und der Neujahrsstimmung passt. Die Polka hingegen ist eine Explosion der Farben und frechen Emotionen, gedreht in den wunderschönen grünen Irrgärten. Wir haben sie als fröhlichen Ausklang einer karnevalähnlichen Nacht voller Lustbarkeiten dargestellt", verrät der Designer.

TV-Rahmenprogramm zur ORF-Übertragung des Neujahrskonzerts

Zur Einstimmung auf das "Konzert der Konzerte", das ab 11.15 Uhr live in ORF 2 und Ö1 übertragen wird, bringt ORF 2 am Neujahrstag die Dokumentation "Neujahrsgrüße im Walzerschritt" (9.35 Uhr), die über die Hintergründe der Neujahrskonzert-Ballettproduktionen erzählt. Anschließend stehen Felix Breisachs Dirigentenporträt "Franz Welser-Möst" (10.00 Uhr) sowie die Dokumentation "Auftakt zum Neujahrskonzert" (10.45 Uhr) auf dem Programm. "Honeymoon", der in der Konzertpause gezeigte ORF-Film (ca. 11.50 Uhr), führt das Publikum u. a. auch auf das barocke Schloss Hof. Die Neujahrsmatinee beginnt bereits um 9.05 Uhr mit dem neuen Filmporträt von einem der bedeutendsten österreichischen Barockgebäude: "Schloss Schönbrunn:
Das neue Imperium".

Das Neujahrskonzert 2013 - eine Produktion des ORF in Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern - wird am 6. Jänner um 10.00 Uhr in ORF 2 wiederholt. ORF III Kultur und Information bringt bereits am Neujahrstag um 20.15 Uhr ein Dakapo des kulturellen Ereignisses. Eine weitere Reprise steht dann am 5. Jänner um 20.15 Uhr in 3sat auf dem Programm.

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