ÖGB zu Wifo/IHS: Steuerentlastung für Beschäftigte kurbelt Wirtschaft an

EU muss den Kaputtspar-Kurs verlassen

Wien (OTS/ÖGB) - "Auf der Suche nach dem Weg aus dem Desaster der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise ist Österreich bisher recht glimpflich davon gekommen. Der Druck auf den Arbeitsmarkt wird im kommenden Jahr aber auch bei uns steigen, dem muss man rechtzeitig entgegenwirken", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar zur heute präsentierten Prognose von Wifo und IHS.
Die heimische Wirtschaft sei in den vergangenen Jahren gewachsen und die Beschäftigung gestiegen. "Ein wesentlicher Grund dafür war, dass die Regierung bei der Budgetsanierung nicht nur die Ausgaben gekürzt hat", so Foglar. "In vielen Ländern Europas sehen wir, dass die Kaputtsparökonomie die Krise verschlimmert, die Arbeitslosigkeit erhöht und die sozialen Probleme vergrößert. Diesen Weg ist Österreich zum Glück nicht gegangen - auch wegen der Hartnäckigkeit des ÖGB, der bei der Budgetsanierung zu den ausgabenseitigen Maßnahmen auch einnahmenseitige verlangt hat."
Österreich könne sich aber aufgrund großer wirtschaftlicher Verflechtungen mit anderen Staaten nicht dauerhaft der internationalen Krise entziehen, so Foglar. "Es wird nächstes Jahr zwar wieder ein Wirtschaftswachstum geben, allerdings zu wenig, um den Druck vom Arbeitsmarkt zu nehmen. Es droht ein empfindlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit." Der ÖGB erwarte von der Regierung daher, sich massiv und rechtzeitig für die Ankurbelung der Wirtschaft einzusetzen, um einem größeren Ansteigen der Arbeitslosigkeit vorzubeugen.
"Wir erwarten aber auch mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten, die die Krisenbewältigung bringt", sagt Foglar. Die Einkommen sind bei ununterbrochener Erwerbstätigkeit und Vollzeitbeschäftigung dank der guten Lohn- und Gehaltsabschlüsse der Gewerkschaften zwar gestiegen, den Menschen bleibt aber netto davon zu wenig übrig. Gerade das - eine starke, stabile Kaufkraft, würde aber die Wirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen. Foglar ruft daher die ÖGB-Forderung nach einer Steuerstrukturreform in Erinnerung, die Arbeit entlasten und große Vermögen stärker in die Pflicht nehmen müsse.
"Aussicht auf nachhaltige Verbesserung in Österreich und in Europa besteht nur dann, wenn wir mehr Steuergerechtigkeit haben, wenn aktiv in die Schaffung von Beschäftigung investiert wird und wenn der wirtschaftspolitische Kurs der EU - Schuldenabbau durch Kaputtsparen - geändert wird, denn dass der nicht funktioniert ist ja vielfach bewiesen."

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB-Presse
Nani Kauer
Tel.: (01) 534 44/39 261

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002