Stille Nacht ist keine gewaltfreie Nacht

Frauenring fordert Nationalen Aktionsplan zum Thema Gewalt an Frauen

Wien (OTS) - Weihnachten: Die ganze Familie kommt zusammen, um gemeinsam eine harmonische und besinnliche Zeit zu verbringen. Oft aber hält dieses Ideal der Realität nicht statt. Denn kaum eine andere Zeit im Jahr ist derart stark mit Emotionen und Erwartungen aufgeladen. Die hohe Erwartungshaltung und der damit verbundene Druck wirken sich je nach Familie unterschiedlich aus. Oft eskalieren rund um die Weihnachtsfeiertage Streitigkeiten. In den schlimmsten Fällen kommt es in der Familie zu Gewaltvorfällen. Besonders betroffen davon sind Frauen und Kinder. "Die meisten Frauen müssen die Mehrfachbelastung der Weihnachtsvorbereitungen alleine tragen - und schlimmstenfalls dann auch noch Gewalt ertragen", sagt Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings (ÖFR).

Viele Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, wissen nicht, wo sie sich hinwenden können. Der ÖFR ist sich dieser schwierigen Lage bewusst und möchte deshalb darauf hinweisen, dass auch während der Feiertage Hilfe für betroffene Frauen, Kinder und deren Angehörige zur Verfügung steht.

Die österreichweite Frauenhelpline gegen Männergewalt etwa (0800/222 555) stellt kostenlos, anonym und rund um die Uhr Hilfe zur Verfügung - ebenso der Frauennotruf (71 71 9).
Auch die Frauenhäuser bleiben durchgehend geöffnet und bieten eine Zufluchtsstelle für Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind. (Autonome Österreichische Frauenhäuser: www.aoef.at, Wiener Frauenhäuser: www.frauenhaeuser-wien.at)

Die Ergebnisse des kürzlich präsentierten Frauenbarometers zeigen, dass häusliche Gewalt aber nicht nur während der Weihnachtszeit ein wesentliches Problem darstellt: Laut der Studie des Frauenministeriums hat die Mehrheit der ÖsterreicherInnen bereits persönliche Erfahrungen mit Gewalt gemacht. Jede/r zweite Österreicher/in kennt eine Frau, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden ist.

"Diese Zahlen sind erschreckend", meint Pölzlbauer, "die Lage ist absolut inakzeptabel!" Der ÖFR fordert daher die Regierung auf, einen Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen in einer interministeriellen Arbeitsgruppe zu erarbeiten.

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