AK bietet Hilfe zur Selbsthilfe: Arbeitszeitkalender 2013 ab sofort verfügbar

Wien (OTS) - "Bekomme ich alles, was mir zusteht?" - eine häufig gestellte Frage in der AK Rechtsberatung. Viel zu oft müssen die AK ExpertInnen feststellen, dass das nicht der Fall ist. "Die Angaben wie viele Stunden gearbeitet wurden, weichen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern oft ab. Wenn es vor Gericht geht, dann zählen nur die Beweise", sagt Irene Holzbauer, Leiterin der Abteilung Arbeitsrecht in der AK Wien. Arbeitszeitaufzeichnungen sind die Grundlage für die Durchsetzung möglicher Ansprüche. Ohne Arbeitszeitaufzeichnungen können Mehr- oder Überstunden nicht eingeklagt werden. "Insbesondere Teilzeitbeschäftigten, ArbeitnehmerInnen, die Überstunden leisten, aber auch LeiharbeiterInnen raten wir täglich ihre Arbeitszeiten genau aufzuschreiben". Als Hilfe dient der "Arbeitszeitkalender" der AK Wien. Jeder sollte den Arbeitszeitkalender möglichst genau führen, denn: Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser. Der Arbeitszeitkalender kann ab sofort unter 01/310 00 10 454 bestellt oder auf www.ak-zeitspeicher.at elektronisch geführt und auch übers Handy bedient werden.

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, Arbeitszeitaufzeichnungen zu führen und anhand dieser die Lohnabrechnung zu erstellen. "Aber wir merken, dass sehr viele ihre Mehr- und Überstunden nicht korrekt ausbezahlt bekommen. Oft unterschreiben die Betroffenen Monatslisten, die nicht mit den eigenen Aufzeichnungen übereinstimmen. Angst um den Arbeitsplatz ist ein häufiges Motiv", sagt Holzbauer und rät, Listen, die nicht die tatsächlichen Arbeitszeiten enthalten, nicht zu unterschreiben. Am Ende des Monats sollte man bei Erhalt der Lohnabrechnung mit Hilfe des Arbeitszeitkalenders kontrollieren, ob die vom Arbeitgeber erstellte Lohnabrechnung auch mit den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden übereinstimmt. "Stimmt die Abrechnung nicht, empfehlen wir zunächst einmal ein klärendes Gespräch mit dem Arbeitgeber zu führen. Dabei kann der Arbeitszeitkalender dem Arbeitgeber vorgelegt werden und eine nützliche Argumentationshilfe sein." Auch ein Vermerk, welche Arbeiten erledigt wurden und mit welchen KollegInnen zusammengearbeitet wurden, sind in einem Prozess hilfreich. Bei wechselnden Arbeitsorten ist es auch wichtig, den Einsatzort festzuhalten. Ebenso sollten konsumierte Urlaubstage, Zeitausgleich und in Anspruch genommene Pflegefreistellung in den Arbeitszeitkalender eingetragen werden.

Fehlende Stunden schriftlich einfordern
Erfolgt keine Auszahlung und gibt es auch keinen Zeitausgleich, sollte man die fehlenden Stunden schriftlich beim Arbeitgeber einfordern. Denn: Viele Arbeits- aber auch Kollektivverträge sehen den Verfall von Überstunden oft schon nach drei Monaten vor, wenn diese nicht schriftlich beim Arbeitgeber geltend gemacht wurden.

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