Muchitsch: 20.000 Bauarbeiter vor Weihnachten gekündigt

Baufirmen verweigern Urlaube und setzen Arbeiter auf die Straße

Wien (OTS/ÖGB) - Die Bausozialpartner haben Rahmenbedingungen für ein "Nichtkündigen" vor dem 31. 12. geschaffen. Für Baufirmen gibt es als einzige Branchen keine Auflösungsabgabe - sprich Kündigungssteuer- in der Höhe von 113 Euro bei Kündigungen ab 1. 1. 2013. Außerdem werden die Kosten für Weihnachtsfeiertage über die Bauarbeiter Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) getragen.++++
Die Hinweise auf Kündigungen mehren sich vor Weihnachten in der Gewerkschaft Bau-Holz. Die Telefon laufen heißt, weil Bauarbeiter ihre Urlaube nicht verbrauchen dürfen. Deshalb schlägt die Gewerkschaft Bau-Holz Alarm: Die Baufirmen sind anscheinend über ihre gesetzlichen Vorteile nicht ausreichend informiert.
Bauarbeiter arbeiten gerade vor Weihnachten unter extremen Arbeitsbedingungen und bei ungünstigen Witterungsverhältnissen an Bauprojekten. Einerseits werden Überstunden geleistet, andererseits Urlaube von Firmen nicht gewährt und Kündigung ausgesprochen. Gewerkschaft Bau-Holz Chef Josef Muchitsch: "Wir als Bausozialpartner schaffen Sonderregelungen über den Gesetzgeber, dennoch werden unsere Bauarbeiter vor Weihnachten auf die Straße gesetzt. Urlaube dürfen nicht in Anspruch genommen werden. Dadurch kommt es auch zu keiner Auszahlung des Urlaubsgeldes, stattdessen müssen Bauarbeiter mit 32 Euro Arbeitslosengeld pro Tag ihre Familien ernähren. Das ist unmenschlich und darf es nicht sein! Ich fordere daher strenge gesetzliche Regelungen für einen verpflichteten Verbrauch von Alturlauben, sowie ein Recht auf Urlaub bei Kündigungen durch den Arbeitnehmer. Es ist schade, wenn soziale Verantwortung mit gesetzlichen Bestimmungen eingefordert werden muss, aber anscheinend geht es nicht anders!"
Die Gewerkschaft Bau-Holz appelliert an die Baufirmen, Urlaube verbrauchen zu lassen und keine voreiligen Kündigungen auszusprechen, damit auch Bauarbeiter frohe Weihnachten erleben können.

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