Pflege - wie geht's?

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Pflegestrukturreform wurden heute präsentiert. Für die Caritas erste Schritte, aber auch nicht mehr.

Wien (OTS) - "Die Ergebnisse zur Strukturreform der Pflege können als brauchbare Empfehlungsgrundlage an die Politik gewertet werden. Nach einem zweijährigen Arbeitsprozess von Bund und Ländern hätte ich mir aber konkrete nächste Schritte und Maßnahmen erwartet. Das Thema Pflege kann nicht auf die lange Bank geschoben werden, sonst ist Österreich für die Herausforderungen, die uns in den nächsten Jahren bevorstehen, nicht gut aufgestellt", so die Analyse von Caritaspräsident Franz Küberl zum Ergebnispapier der " Arbeitsgruppe Pflegestrukturreform ", das heute von Sozialminister Rudolf Hundstorfer präsentiert wurde.

Finanzierung ohne Sozialhilfelogik
Besonders hervorzuheben ist für Küberl das Ziel, Betreuung und Pflege aus der Sozialhilfelogik zu bringen und ein nachhaltig wirksames und solidarisches Finanzierungssystem zu entwickeln. Aus dem Reformpapier geht klar die Empfehlung hervor, dass der Pflegeregress, das heißt die Kostenübetragung auf die Kinder pflegebedürftiger Eltern, keine Lösung darstellt. "Regresse in der Pflege bestrafen jene Familien, in denen ein Mitglied pflegebedürftig wird. Die Finanzierung und Organisation von Pflege ist jedoch eine solidarische Aufgabe" betont Franz Küberl einmal mehr.
Positiv sei, dass die zukünftige Pflegefinanzierung in Österreich durch das Budget der öffentlichen Hand erfolgen soll. "Damit sind die Ideen einer Pflegeversicherung, mit zusätzlichen Belastungen im Bereich der Lohnkosten, vom Tisch. Die Pflegeversicherung - das belegen vor allem die Analysen im Hinblick auf die Situation in Deutschland - bringt keine Verbesserungen. "Daraus wurde gelernt und wir machen nicht den gleichen Fehler wie unsere Nachbarn", unterstreicht Küberl.

Weitere Punkte wie etwa die Verbesserungsvorschläge für den Bereich Pflege und Demenz oder etwa den vorgeschlagenen Kurs Hospiz- und Palliativangebote auszubauen, begrüßt der Caritaspräsident. "Es ist ein gutes Zeichen, dass sich so zentrale Themen unserer Gesellschaft in den Empfehlungen für die Zukunft wiederfinden, auch wenn aus unserer Sicht im Detail noch wesentliche Inhalte fehlen", kommentiert Küberl die vorliegenden Ergebnisse.

Im Bereich der Unterstützung für pflegende Angehörige sind einige wichtige Maßnahmen angesprochen. Aber auch hier wird, so Küberl, schon seit vielen Jahren mit Absichtserklärungen gearbeitet:
"Zumindest in diesem Bereich hätte ich mir eine konkrete Maßnahme von der Regierung erwartet. Pflegende Angehörige werden einmal mehr die bittere Erfahrung machen, dass sie von der Politik mit ihren Belastungen und Problemen zwar gehört werden, aber oftmals folgen keine Taten."

Die vier Säulen des Papiers weisen für Küberl in die richtige Richtung: die Weiterentwicklung der Angebotsstruktur, die bessere Entlastung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen, Maßnahmen zur Personalgewinnung im Pflegesektor sowie eine Positionierung für den Bereich der Pflegefinanzierung finden sich seit langem auch auf den Forderungslisten der Trägerorganisationen. "Das vorgelegte Papier könnte ein Startschuss für alle Beteiligten sein, sich an einen Tisch zu setzen und die konkrete Umsetzung gemeinsam anzugehen ", hofft der Caritaspräsident.

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