Diakonie zu Pflegereform: Jetzt muss die Zeit der Umsetzung kommen!

Chalupka: Pflegebedürftige Menschen und Angehörige warten schon viel zu lange

Wien (OTS) - "Jetzt muss die Zeit der Umsetzung kommen, denn wir haben lange genug gewartet", äußert sich Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, zum heute vorgestellten Endpapier der so genannten Strukturreform Pflege. "Im Papier werden viele sinnvolle und wichtige Maßnahmen vorgeschlagen, wie etwa ein verbessertes Schnittstellenmanagement zwischen Gesundheits- und Sozialsektor, oder eine Offensive zur Gewinnung von Pflegefachkräften. Allerdings liegen diese Vorschläge schon seit geraumer Zeit auf dem Tisch. Bund und Länder konnten sich offensichtlich nicht auf einen Umsetzungsplan einigen, obwohl Menschen mit Pflegebedarf und deren Angehörige schon viel zu lange warten."

Wichtig ist laut Diakonie jetzt in vielfältige Dienstleistungsangebote zu investieren - wie etwa Kurzzeitpflege, Tageszentren, mobile Dienste oder Wochenendversorgung, so dass Angehörige in ihrer täglichen Betreuungsarbeit freigespielt werden. "Die pflegenden Angehörigen von morgen sind die Erwerbstätigen von heute - sie werden sich auch zukünftig nicht vollständig vom Arbeitsmarkt zurückziehen, und wollen daher sicher auf Angebote wie Tageszentren zurückgreifen," so Chalupka.

Aus einem konservativ geschätzten Modell der Wirtschaftsuniversität Wien, bei dem der Zeiteinsatz von Angehörigen mit fiktiven Löhnen bewertet wurde, geht hervor, dass der Gegenwert der informell erbrachten Pflege bei 3 Mrd. Euro pro Jahr liegt. "Das heißt, die Angehörigen in Österreich leisten in etwa in dem Ausmaß Pflege und Betreuung, in dem auch die öffentliche Hand Pflegedienstleistungen finanziert. Das sind viele Stunden Arbeit, ohne die die Pflege in Österreich nicht funktionieren würde. Hier müssen ganz konkret Unterstützungsleistungen ausgebaut werden," so Chalupka.

"Zwar haben sich Bund und Länder in dieser Arbeitsgruppe mit dem Empfehlungspapier zu Verbesserungen und Reformen in der Pflege bekannt, auch im Bereich der Angehörigen. Nun müssen sie aber auch den Willen und die Tatkraft beweisen, diese Vorschläge umzusetzen," so Chalupka abschließend.

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