Minderjährige Flüchtlinge auf Herbergssuche

Rotes Kreuz sieht dringenden Handlungsbedarf für Bund und Länder

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - "Altersgerechte Unterbringungs- und Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern nach Österreich kommen und um internationalen Schutz ansuchen, sind immer noch Mangelware", kritisiert der Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes Werner Kerschbaum. In Tirol betreibt das Rote Kreuz gemeinsam mit dem Innenministerium und dem Land Tirol ein Wohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die dort bis zu ihrer Volljährigkeit umfassend und altersgerecht betreut und unterstützt werden. Den Jugendlichen wird geholfen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und ihre sozialen und persönlichen Fähigkeiten zu entfalten. "Wir wünschen uns eine vergleichbare Betreuung für alle Kinder und Jugendlichen in Österreich, die sich in einer ähnlichen Situation befinden", so der Rotkreuz-Generalsekretär.

Flüchtlinge als besonders schutz- und hilfebedürftige Gruppe sind oft mit Misstrauen und Ablehnung konfrontiert. "Wir dürfen Flüchtlinge nicht als Bedrohung sehen, sondern als das, was sie sind. Nämlich Menschen, die Schutz brauchen", sagt Kerschbaum. Legale Möglichkeiten, nach Österreich und in die anderen EU-Länder einzureisen und um den Flüchtlingsstatus anzusuchen, gäbe es kaum mehr. "Wenn sich Menschen zu dem drastischen Schritt entschließen, die gefährliche und sehr belastende Flucht in ein fremdes Land auf sich zu nehmen, müssen legale Wege offen stehen", so Kerschbaum weiter. "Wir können als Land und als Europäische Union nicht behaupten, dass wir den Schutz von Flüchtlingen ernst nehmen und gleichzeitig die Grenzen dicht machen." Die jüngste Einigung von Bund und Ländern im Bereich der Flüchtlings-Quotenregelung sei zwar ein positives Signal, für die Verbesserung der Gesamtsituation könne das aber nur ein erster Schritt sein. Das Rote Kreuz fordert die österreichische Bundesregierung daher auf, sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, rasch sinnvolle legale Einreisemöglichkeiten für Menschen zu schaffen, die internationalen Schutz in Anspruch nehmen müssen.

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