Studie: Viel Verbesserungspotenzial in der Gestaltung von Finanzberichten

Linz/Wien (OTS) - Linz/Wien. Geschäftsberichte und interne Reportings bilden ein wesentliches Instrument der Kommunikation von Unternehmen. Die dargestellten Informationen beeinflussen maßgeblich das Vertrauen von Kunden, Investoren und Management. KPMG hat gemeinsam mit der FH Oberösterreich und pmOne die Finanzberichte aller Unternehmen im ATX Prime Market analysiert und über 300 Personen zu ihren Anforderungen befragt. Dabei zeigte sich ein deutliches Optimierungspotenzial, das in einen ganzheitlichen Ansatz eines Reporting Design eingeflossen ist.

165 Seiten umfasst durchschnittlich der Geschäftsbericht eines ATX-Prime-Unternehmens. Mehr als ein Drittel (34,9 Prozent) der Fläche wird dabei von Diagrammen und Grafiken eingenommen. Pro Bericht werden im Schnitt 119 Tabellen, 21 Diagramme und 39 sonstige grafische Elemente eingesetzt. Damit wird deutlich, dass der Gestaltung dieser Elemente große Bedeutung beigemessen wird. "Trotzdem gibt es bis dato keine empirisch gesicherten Richtlinien für die Gestaltung von Finanzberichten", sagt KPMG-Partner Christian Engelbrechtsmüller. "Es zeigten sich große Unterschiede in der Darstellung der Berichte."

Vergleichsweise umfasst ein interner Monatsreport mit durch-schnittlich 20 Seiten nur 20 Prozent Diagramme, worauf sich die Berichtsleser für ihre Entscheidungen primär konzentrieren. Mehr als die Hälfte der befragten Berichtsempfänger und Berichtsersteller aus österreichischen Unternehmen mit Firmensitz im In- und Ausland beschäftigt sich nicht länger als 30 Minuten mit dem Monatsbericht. Informationen müssen daher schnell erfassbar sein. 41,7 Prozent der Befragten sind nur durchschnittlich oder nicht mit ihrer aktuellen Berichtserstattung zufrieden. "Optimierungspotenzial sehen die Teilnehmer vor allem in der inhaltlichen und optischen Aufbereitung sowie einer konsequenten Maßnahmenorientierung", sagt Michael Büttner, ebenfalls Partner bei KPMG.

Es fehlen wissenschaftlich fundierte, empirisch abgesicherte Gestaltungsgrundlagen und in der Praxis akzeptierte Standards. Tabellenanordnungen, Diagrammtypen, Farben oder Achsenskalierungen werden meist individuell und inkonsistent aufbereitet. Als Folge sind viele Berichte schwer lesbar und für eine rasche Informationswahrnehmung häufig ungeeignet. Im Extremfall können sie sogar zu Fehlentscheidungen führen. Darüber hinaus ist der Aufwand für die von Unsicherheit begleitete Berichtserstellung beträchtlich.

Neue Wege in der Gestaltung mittels Eye-Tracking-Technolgie

KPMG hat mit der FH Oberösterreich und pmOne eine wissenschaftliche Methode zur Optimierung entwickelt: Die visuelle Wahrnehmung von Diagrammen und Tabellen wird mittels Eye Tracking analysiert. Dabei zeigt ein Blickaufzeichnungsgerät, wo die Berichtsleser hinsehen. Ob die Informationen tatsächlich wahrgenommen (verarbeitet, interpretiert) werden, kann mit einfachen Fragestellungen getestet werden. So kann ein Zusammenhang zwischen der Gestaltung und Wahrnehmung von Informationen hergestellt werden. Dazu Heimo Losbichler von der FH Oberösterreich: "Der Einsatz dieser Technologie eröffnet Unternehmen neue Wege in der Gestaltung von Berichten, weg vom 'Informations-Overload', hin zu einer effektiven, rasch auffassbaren Darstellung, die nicht zuletzt zu einer höheren Zufriedenheit bei den Führungskräften und Entscheidungsträgern führt."

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