Aktienforum: Interesse an Aktien in Österreich weiterhin sehr gering

Studie des Meinungsforschungsinstituts IMAS präsentiert für das Aktienforum die zweite Analyse zum Aktienbesitz der Österreicher

Wien (OTS) - Knapp vor Jahresende präsentiert das Aktienforum eine vom Meinungsforschungsinstitut IMAS erstellte Studie zum Thema: Wie viele Aktien oder aktienähnliche Kapitalmarktprodukte werden von österreichischen Privatanlegern gehalten?

Die Ergebnisse sind frappierend: nur 12 Prozent der Österreicher ab 16 Jahren besitzen Aktien, Aktienfonds, Anleihefonds, gemischte Fonds, Investmentfonds, Mitarbeiteraktien oder andere Wertpapiere. Genau genommen halten nur drei Prozent der Bevölkerung Aktien. Nur sieben Prozent der Österreicherinnen und Österreicher, die über keine Wertpapiere verfügen, sind an einem Kauf von Kapitalmarktprodukten interessiert.

"Dieses Ergebnis ist leider für den österreichischen Kapitalmarkt kennzeichnend. Die geringe Anzahl an Aktienbesitzern und denen die daran interessiert sind, ist erschreckend und zeigt den dringenden Handlungsbedarf. Unsere wirtschaftlich sehr gut aufgestellten österreichischen Unternehmen sind auf den Kapitalmarkt als Finanzierungsquelle angewiesen. Die Wiener Börse hat im Jahr 2012 eine gute Performanz abgelegt und Privatanleger konnten sehr gut davon profitieren", so Aktienforum Präsident Robert Ottel. Unternehmen können sich nicht nur auf institutionelle und ausländische Anleger für ihre Finanzierung verlassen.

Dipl.-Bwrt Ansgar Löhner, Geschäftsführer IMAS: "Die Studie hat ergeben, dass in Österreich generell Unlust herrscht, sich mit finanzwirtschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. Dies zeigen unterschiedliche Studien und Untersuchungen in den vergangenen Jahren, insbesondere auch die Ergebnisse der Befragung für das Aktienforum aus dem Jahr 2011 (1. Welle). Das Interesse an Aktien, Wertpapieren oder an der Börse ist somit in Bezug auf die Gesamtbevölkerung auch relativ gering, die Ergebnisse zur letzten Messung relativ stabil." Nur 4 Prozent zeigen ein besonders starkes Interesse, wenn es um Aktien & Co. geht. Für knapp drei Viertel der Österreicher hat dieses Thema kaum bzw. keine Bedeutung. Betrachtet man die besonders interessierten Personen nach soziodemografischen Kriterien näher, zeigt sich folgendes Bild: Männer, urbanere Menschen, Personen in leitender Stellung bzw. Selbstständige und Menschen mit höherer Bildung räumen den Themen Aktien, Wertpapiere und Börse höhere Bedeutung ein als ihre sozialen Gegengruppen. "Interessanterweise ist das Interesse gleichverlaufend über die Alterskategorien, es ist also kein Altersgefälle messbar", so Löhner.

"Es ist ein stärkerer Fokus auf Bildung und Aufklärungsarbeit zum Thema Kapitalmarkt erforderlich. Ein Großteil der Interessierten (57 Prozent) informiert sich über Banken, 35 Prozent im Internet und nur knapp 12 Prozent nützen Zeitschriften und Zeitungen als Informationsquelle. Daher ist es umso wichtiger, dass eine rasche Neubesetzung des österreichischen Kapitalmarktbeauftragten erfolgt. Chancen und Risiken des Kapitalmarktes müssen der Bevölkerung vermittelt werden. Diese Positionen müssen gut in der Regierung vertreten werden," so Ottel abschließend.

Die Befragung der rund 4,000 Personen wurde vom IMAS zwischen Jänner 2012 und April 2012 in persönlichen Interviews im Rahmen von vier Mehrthemenumfragen durchgeführt. Die Schwankungsbreite der Umfragewerte liegt bei rund 1,6 Prozent.

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