AK-Forderungen für ein besseres Schulsystem

Linz (OTS) - Unser Bildungssystem liefert keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Darin sind sich AK Oberösterreich, Industriellenvereinigung und Johannes Kepler Universität einig und haben daher die gemeinsame "Initiative für ein besseres Schulsystem" ins Leben gerufen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer präsentierte heute die aus seiner Sicht wichtigsten Eckpunkte zur Verbesserung des Schulsystems: Gemeinsamkeit statt Aussortieren, Ganztagsschulen und möglichst frühe Förderung.

Im derzeitigen Schulsystem werden durch die frühe Selektion soziale Unterschiede verfestigt. Kindern aus benachteiligten Familien bleibt vor der ersten Selektion bereits mit neuneinhalb Jahren wenig Zeit, um Benachteiligungen auszugleichen und sich zu entfalten. Chancengerechtigkeit und bessere Bildungsergebnisse können nur durch eine längere Phase gemeinsamer Schulzeit und durch eine Bildungswahlentscheidung, die frühestens mit Abschluss der Pflichtschule stattfindet, erreicht werden.

Ein weiterer wesentlicher Schritt ist, die betreute Lernzeit zu verlängern. Viele Eltern haben auch aus finanziellen Gründen nicht die Möglichkeit, Nachhilfestunden zu bezahlen. Es braucht daher eine Schule, die ausreichend Zeit zum Lernen, für Entfaltung und Förderung bietet.

Echten Ganztagsschulen mit einer verschränkten Abfolge von Lernen, Förderung, Freizeit, Sport und Kreativität ist dabei der Vorzug zu geben, weil sie die besten Voraussetzungen bieten, um individuell auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Sie bieten ausreichend Zeit für Persönlichkeitsbildung, Bewusstseinsentwicklung für Solidarität und Verantwortung sowie für die Entwicklung interkultureller Kompetenzen. Ganztagsschulen führen so nicht nur zur mehr Chancengerechtigkeit, sondern auch zu besseren Lernergebnissen.

Selbstverständlich müssen die Pädagoginnen und Pädagogen dahingehend ausgebildet und unterstützt werden. Eine gemeinsame Ausbildung aller Pädagogen/-innen auf universitärem Niveau ist dabei ein wesentlicher Schritt.

"Eltern brauchen eine echte Wahlfreiheit: Das heißt, an allen Schulstandorten mit Nachmittagsbetreuung muss es zumindest die Wahlmöglichkeit zwischen der Ganztagsschule in Form von Halbtagsschule und Nachmittagsbetreuung und der "echten" Ganztagsschule mit verschränkter Form geben", fordert der AK-Präsident.

Und je früher wir mit der Förderung beginnen, desto mehr Wirkung zeigt das. Kinderkrippen und Kindergärten sind nicht nur aus Gründen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtig. Der Besuch solcher Einrichtungen wirkt sich signifikant auf den weiteren Bildungsverlauf und somit auch positiv auf das weitere (Berufs-)Leben aus. "Ein flächendeckendes ganztägiges und ganzjähriges Angebot ist daher ebenso dringend notwendig, wie eine Aufwertung und Professionalisierung der Elementarpädagogen/-innen", so Kalliauer.

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