Städtebund: Ballungszentren boomen - Städtetourismus wächst

Wien (OTS) - "Es arbeiten immer mehr Menschen in der Stadt. Das Erwerbsleben konzentriert sich zunehmend auf den städtischen Raum. Das ist einer der Gründe, weshalb Österreichs Ballungszentren unaufhaltsam wachsen - bereits jetzt leben 57 Prozent der Bevölkerung in Gemeinden ab 5.000 EinwohnerInnen. Der Zuzug in die Stadt hält weiterhin an", erklärt Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes anlässlich der Pressekonferenz "Österreichs Städte in Zahlen 2012", die gemeinsam mit der Statistik Austria, heute Dienstag, veranstaltet wurde.

"Städte setzen Impulse und gestalten das Leben vieler Menschen. Stadtregionen sind wirtschaftliche Eckpfeiler des Landes, denn sie investieren intensiv in den Ausbau ihrer Infrastruktur - darunter Kindergärten, Schulen, Universitäten, Gesundheitseinrichtungen und der öffentliche Nahverkehr. Davon profitieren auch die umliegenden Gemeinden", macht Weninger deutlich.

Bevölkerungswachstum in Städten ungebrochen

Das Bevölkerungswachstum und der Zuzug in die Ballungszentren halten weiter an, wie aus "Österreichs Städte in Zahlen 2012", der aktuellsten Publikation von Statistik Austria und dem Österreichischen Städtebund, hervorgeht. Das durchschnittliche Wachstum der Landeshauptstädte liegt zwischen 2001 und 2012 bei 8,5 Prozent, wobei Graz mit 17,3 Prozent, Eisenstadt mit 16,2 Prozent und Wien mit 11,7 Prozent über diesem Durchschnittswert liegen. Vorstädte und Gemeinden im Einzugsgebiet großer Städte konnten in diesem Zeitraum noch deutlicher zulegen (z. B. Gänserndorf mit +31,9 Prozent, oder Seiersberg mit +23,7 Prozent). Städte und Gemeinden in ländlichen und grenznahen Bereichen zeigen hingegen Bevölkerungsrückgänge (z. B. Eisenerz mit -25,3 Prozent, Bad Radkersburg mit -17,1 Prozent oder Raabs an der Thaya mit -11,5 Prozent).

Wanderungsbewegung und Struktur der Bevölkerung 2011

Große Ballungszentren profitieren durch ihr Angebot an Infrastruktur und Arbeitsplätzen stärker von den Zuzügen, sowohl vom Ausland als auch im Rahmen der Binnenwanderung. So verzeichnete Wien im Jahr 2011 den höchsten positiven Wanderungssaldo mit 14.415 Personen, indem 83.520 Zuzügen deutlich weniger Wegzüge (69.105) gegenüberstanden. Nennenswerte positive Wanderungssalden ergaben sich u.a. auch in Graz (+3.398 Personen) und in Linz (+1.742 Personen).

In kleineren Städten und Gemeinden bis zu 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist das Bevölkerungswachstum fast ausschließlich auf eine positive Geburtenbilanz zurückzuführen und nur zu einem kleineren Teil auf Zuzüge. Der Bevölkerungsanteil mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag in dieser Einwohnergrößenklasse 2011 bei 5,7 Prozent der Wohnbevölkerung.

Es sind vor allem Menschen in den Altersgruppen von 15-29 Jahren bzw. 30-44 Jahren, die zur positiven Wanderungsbilanz der Städte beitragen. Sowohl bei den Zuzügen als auch bei den Wegzügen gab es eine deutlich stärkere Beteiligung der Männer als der Frauen. Ausländische Staatsangehörige wandern deutlich öfters als österreichische Staatsangehörige.

Am 1.1.2012 lebten 970.541 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Österreich, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 4,6 Prozent bedeutet. Der größte Anteil an ausländischer Bevölkerung wurde in Wien (22,3 Prozent) registriert, das damit - im Unterschied zu 2011 - vor Salzburg (21,8 Prozent) liegt.

o Finanzen der Städte und Gemeinden

Die Gesamtausgaben (ordentlicher und außerordentlicher Haushalt) aller Städte und Gemeinden ab 5.000 EinwohnerInnen (inkl. Wien) betragen 29,1 Mrd. Euro. Den größten Anteil an den Gesamtausgaben der Landeshauptstädte (mit Wien) von 15,2 Mrd. Euro haben 2011 die soziale Wohlfahrt und Wohnbauförderung (18,7 Prozent), gefolgt von der allgemeinen Verwaltung (17,9 Prozent). Bei den Einnahmen aller Landeshauptstädte (15,2 Mrd. Euro) entfällt der überwiegende Anteil (63 Prozent) auf die Voranschlagsgruppe "Finanzwirtschaft"; in diese Gruppe fallen vor allem die Ertragsanteile sowie die Grund- und Kommunalsteuer.

Weninger: "Einmal mehr fordern wir eine Reform des Finanzausgleichs, der sich nicht nur an der Einwohnerzahl sondern auch an den Aufgaben orientieren sollte sowie eine Entflechtung der Transferströme. Zudem müsste man auch die Rolle der Städte überdenken, da sie ja eine Fülle von Aufgaben für ihr Umland erfüllen."

o (Städte-) Tourismus

Die positive österreichische Nächtigungsbilanz der vergangenen zwei Jahre wird vor allem durch die positive Entwicklung des Nächtigungstourismus in den Landeshauptstädten und Wien getragen. Stiegen 2010 die gesamtösterreichischen Nächtigungen um +0,5 Prozent auf 124,88 Mio., so lag der Zuwachs in den Landeshauptstädten und Wien bei +8,7 Prozent auf 16,79 Mio. Ein ähnliches Bild ergibt sich für 2011, wobei dem gesamtösterreichischen Nächtigungszuwachs von +0,9 Prozent (auf 126,00 Mio.) eine Zunahme in den Städten von +4,9 Prozent (auf 17,61 Mio.) gegenübersteht.

Im Jahr 2011 wurden in den Landeshauptstädten (inkl. Wien) insgesamt 17,61 Mio. Nächtigungen registriert, davon waren 75,5 Prozent auf ausländische Gäste zurückzuführen. In Wien lag der Anteil der ausländischen Gäste bei 81,6 Prozent, gefolgt von Innsbruck mit 73,8 Prozent. Den größten Anteil an inländischen Gästen verzeichnete St. Pölten mit 65,6 Prozent. Die Zahl der Gäste (=Ankünfte) betrug im selben Jahr 8,67 Mio., dies entsprach einer Zunahme von 6,2 Prozent gegenüber 2010 (Gesamtösterreich: +3,7 Prozent).

Weninger: "Ballungszentren sind zunehmend auch Veranstaltungsplätze und beliebte Tourismus-Ziele. Dem stetig wachsenden Städtetourismus kommen die umfangreichen Infrastruktur-Investitionen enorm zugute."

"Österreichs Städte in Zahlen"

"Österreichs Städte in Zahlen" ist ein Kooperationsprojekt von Österreichischem Städtebund und der Bundesanstalt Statistik Österreich. Die Publikation liefert ein umfassendes Bild über die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Städte und Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern: Mit Daten zur Bevölkerungsentwicklung, aktuellen Zahlen zu Unterricht und Kultur, Verkehr und Tourismus, der Finanzgebarung sowie zu Sozial- und Freizeiteinrichtungen bietet es wichtige Informationen für Kommunalpolitik und Wirtschaftstreibende sowie für die interessierte Öffentlichkeit. "Österreichs Städte in Zahlen" ersetzt seit 2007 das "Statistische Jahrbuch Österreichischer Städte", das seit 1950 über demographische, ökonomische, ökologische und soziale Aspekte der Städte berichtet.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen sind im Bereich "Publikationen und Services" unter Statistik Austria zu finden.

Informationen über den Österreichischen Städtebund

Der Österreichische Städtebund ist die kommunale Interessenvertretung von rund 250 Städten und größeren Gemeinden. Etwa 65 Prozent der Bevölkerung und 71 Prozent der Arbeitsplätze befinden sich in Österreichs Ballungsräumen.
Mitglieder des Städtebundes sind neben Wien und den Landeshauptstädten praktisch alle Gemeinden mit über 10.000 EinwohnerInnen. Die kleinste Mitgliedsgemeinde zählt knapp 1.000 EinwohnerInnen. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Der Österreichische Städtebund ist Gesprächspartner für die Regierung auf Bundes- und Landesebene und ist in der österreichischen Bundesverfassung (Art. 115 Abs.3) ausdrücklich erwähnt.

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