Frühpension für Polizistinnen und Polizisten?

Diskussion geht am Thema vorbei

Wien (OTS/ÖGB) - "Dass 99,8 Prozent der Polizistinnen und Polizisten in Frühpension gehen, lasse ich so nicht im Raum stehen", so der Vorsitzender der Polizeigewerkschaft, Hermann Greylinger, zu gestrigen Meldungen. Der Großteil hat die gesetzliche "Langzeitversichertenregelung" in Anspruch genommen, das heißt, es wurden 40 Jahre und länger lückenlos Beiträge in das Pensionssystem eingezahlt. Hier von "Frühpensionisten" zu sprechen, ist eine Provokation. Tatsache ist auch, dass Kolleginnen und Kollegen auf Grund ihrer psychischen und/oder physischen Verfassung vor Erreichen des 60. Lebensjahres nicht mehr in Lage sind, Exekutivdienst zu leisten und daher die Invaliditätspension in Anspruch nehmen müssen. Viele Jahre Dienst unter extremsten körperlichen und seelischen Anforderungen fordern ihren Tribut, dazu kommt eine Vielzahl von zu leistenden Überstunden. Alleine diese Überstunden bewirken eine längere Lebensarbeitszeit, die nicht einmal entsprechend abgegolten wird. Dafür werden sie mit Abschlägen von 18 Prozent "belohnt". Greylinger dazu: "Die Kolleginnen und Kollegen haben über Jahrzehnte den Kopf für den Dienstgeber und die Bevölkerung hin gehalten, sie haben es wahrlich nicht verdient, jetzt so verunglimpft zu werden."

Für die Polizeigewerkschaft liegen die Lösungsansätze auf dem Tisch. Ausbau der Gesundheitsvorsorge im Betrieb, altersgerechte Arbeitsplätze statt Planstellentransfer aus anderen Bereichen ("kalter" Planstellenabbau im Bund) und eine echte Personalaufstockung sind nur einige Themen. "Ich lade den Dienstgeber ein, sich der Lösung dieser Problemstellungen ernsthaft anzunehmen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das höchste Gut, gehen wir sorgsam damit um. Den Kolleginnen und Kollegen kann man für ihren Einsatz unter schwierigsten Bedingungen nur danken", so Greylinger abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Hermann Greylinger,
Vorsitzender der Polizeigewerkschaft,
0664/1326560

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