Creditreform KMU-Umfrage über die Kreditentwicklung und Finanzierungsbedingungen, Herbst 2012

Jedes 10. Unternehmen erhält keinen Kredit

Wien (OTS) - Die Kreditentwicklung im österreichischen Mittelstand verläuft laut aktueller Creditreform-Umfrage unter 1.700 österreichischen KMU etwas schleppend. Von den befragten Unternehmen, die in den vergangenen Monaten einen Kredit beantragt haben (bei jedem zweiten handelte es sich dabei um einen Investitionskredit), ist in jedem zehnten Fall (9,3%) der Kredit abgelehnt worden. Diese Entwicklung verschärft den Eindruck unter den Mittelständlern, dass sich die österreichische mittelständische Wirtschaft bereits in einer Kreditklemme befindet (46,2%). Hinzu kommt, dass jeder Vierte (25,7%) davon ausgeht, dass die Kreditklemme in naher Zukunft noch kommen wird. Nur jeder Fünfte (19,0%) ist der Meinung, dass es keine Kreditklemme gibt.

Die Finanzierungssituation für mittelständische Unternehmen hat sich in den vergangenen Monaten verschlechtert (siehe Tabelle). So sprechen 60,3% der Unternehmen von verschärften Finanzierungsbedingungen. Ein verschwindend geringer Teil (1,5%) spricht von einer Lockerung der Bedingungen für Finanzierungsanfragen bei Banken oder anderen Geldgebern.

Tab.: Veränderung der Finanzierungsbedingungen in den letzten sechs Monaten

Branche gelockert unverändert verschärft Verarb. Gewerbe 0,7 31,3 59,7 Bau 1,0 25,7 69,5 Handel 0,8 33,1 56,2 Dienstleistungen 3,0 25,3 57,8 Gesamt 1,5 28,7 60,3 Angaben in % der Befragten

Jeder Fünfte erhält keinen Wunschkredit

Wenn die unter schwierigen Finanzierungsbedingungen leidenden Betriebe nach den Gründen für den erschwerten Fremdkapitalzugang befragt werden, wurde in mehr als neun von zehn Fällen höhere Sicherheiten genannt (92,9%). Weitere 29,1% der Befragten erklärten, dass die Kreditzinsen in den vergangenen Monaten gestiegen seien. Bei jedem Fünften (21,0%) wurde der Kredit nicht in der gewünschten Höhe und bei jedem Zehnten (9,4%) nicht in der gewünschten Laufzeit gewährt.

Die Finanzierungssituation für Unternehmen wird sich auch in den kommenden Monaten nicht wesentlich entspannen. Knapp 80% der befragten Unternehmen erwarten dass sie in den kommenden Monaten mehr Sicherheiten bei den Banken hinterlegen müssen. Mit einer intensiveren Prüfung des Kreditantrages rechnen 66,3% der KMU. Und 42,2% der Befragten kalkulieren für das kommende Jahr mit erhöhten Kreditzinsen.

Conclusio: Unternehmen müssen mehr auf die eigene Liquidität und Bonität achtgeben

Banken sind europaweit durch die kommenden erhöhten Eigenkapitalvorschriften (Stichwort Basel III) und der damit verbundenen Risikovorsorge verpflichtet, ihre Geschäftspartner verstärkt und genauer unter die Lupe zu nehmen. Das heißt für alle Kreditsuchenden Unternehmen mehr Zeit in das eigene Risikomanagement zu investieren. Lange Außenstandsdauer, schlecht abgesicherte Lieferantenkredite, hohe Forderungsverluste durch Insolvenzen u.ä. schaden der eigenen Liquidität und damit auch der eigenen Bonität. Transparente Gebarung, Information über sich und seine Partner und Absicherung der eigenen Forderungen schaffen Vertrauen - gegenüber den Geschäftspartnern und auch gegenüber den Kreditgebern.

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Mag. Gerhard M. Weinhofer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG
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