• 17.12.2012, 12:17:38
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Weiter Widerstand der Kärntner Ärztinnen und Ärzte gegen die Gesundheitsreform

"Zielsteuerungskommissionen" als Vorschlag für das Unwort des Jahres

Utl.: "Zielsteuerungskommissionen" als Vorschlag für das Unwort des
Jahres =

Klagenfurt (OTS) - "Weiterhin lehnt die Kärntner Ärzteschaft jene
Pläne zu einer Gesundheitsreform, welche am 19. Dezember 2012 in der
Landeshauptleutekonferenz beschlossen werden sollen, vollständig und
entschieden ab", so der Präsident der Kärntner Ärztekammer Dr. Josef
Huber. "Die mündlichen Zusagen des Bundesministers Alois Stöger sind
vage, unzureichend und bei den zentralen Themen nicht zu akzeptieren.
Denn der notwendige Ausbau der Patientenversorgung vor Ort und die
Entlastung der Spitalsambulanzen können mit den angedrohten Kürzungen
unmöglich umgesetzt werden", so Huber weiter.

"Ein Modell zentraler Zielsteuerungskommissionen ohne Mitsprache
der Ärztinnen und Ärzte unseres Landes wird auf entschlossenen
Widerstand treffen. Die Ärzteschaft ist im Gesundheitssystem an
vorderster Front und hauptverantwortlich tätig. Ihre demokratisch
gewählten Vertreter müssen und werden daher mit Kompetenz und
Ideenreichtum zu Problemlösungen beitragen - auch dort, wo Kosten
gesenkt werden können. Der Ausbau und die Weiterentwicklung des
österreichischen Gesundheitssystems sind ohne die Mitgestaltung der
Ärzteschaft auf hoher Ebene nicht machbar", ist Präsident Huber
überzeugt.

Die Politik zeige jedoch für die enormen Probleme der Ärztinnen
und Ärzte wenig Interesse. Der Bereich der niedergelassenen
Ärzteschaft finde wegen der schlechter werdenden Aussichten vor allem
im ländlichen Bereich und kurz vor einer großen Pensionierungswelle
kaum noch Nachwuchs. "Manche allgemeinmedizinische Kassenordination
hat ohne Hausapotheke keine ausreichende wirtschaftliche Basis. Die
Ärztinnen und Ärzte in den Spitälern sind derzeit schon an der Grenze
ihrer Belastbarkeit. Kärnten hat im Vergleich zu anderen
Bundesländern eklatant zu wenig ärztliches Personal", kritisiert
Huber.

Nach den überheblichen Äußerungen, welche die Abschaffung der
Österreichischen Ärztekammer forderten, lege insbesondere Hans Jörg
Schelling, der Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger
weiterhin Wert auf Konfrontation, indem er in abfälligen Bemerkungen
der Standesvertretung Scharfmacherei vorwerfe. Offensichtlich wolle
Schelling dadurch vom erheblichen Sparpotential ablenken, welches
durch die längst überfällige Zusammenlegung von Krankenkassen
erzielbar wäre.

"Eine Verschlankung der Sozialversicherungen wird nicht einmal
angedacht, stattdessen will man sogar zehn neue Bürokratieapparate
einführen", ist Huber enttäuscht und schlägt die so genannten
"Zielsteuerungskommissionen" als Unwort des Jahres vor.
"Wie auch immer, die Ärztekammer wird sich mit der zugedachten Rolle
eines fünften Rades am Wagen des Gesundheitssystems nicht zufrieden
geben und weiter die berechtigten Anliegen ihrer Mitglieder energisch
vertreten", so der Kärntner Ärztekammerpräsident abschließend.

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