32. Wiener Gemeinderat (9)

Dringliche Anfrage der FPÖ zum Thema "Danube Flats" an den Herrn Bürgermeister

Wien (OTS) - GRin Henriette Frank (FPÖ) behauptete, dass der Masterplan 2010 noch keinen Wohnturm aufwies. Die geplanten 500 Wohnungen seien frei finanziert und daher für einkommensschwache MieterInnen nicht leistbar. Sie bezweifelte, dass der Betreiber Soravia, die von den Grünen vorgeschlagenen sieben Euro pro Quadratmetern zulassen werde. Sie bezog sich auf einen im Februar erschienen Zeitungsartikel, in dem von hohen Verlusten für die Unternehmensbrüder Soravia die Rede gewesen sei. Sie hätten auch Minopolis, das "Projekt der Superlative", in den Sand gesetzt. Außerdem kritisierte sie den Umgang der SPÖ mit BürgerInnen-Initiativen. Bürgermeister Häupl sei schlecht informiert, denn die Architektin Harnoncourt sei sowohl bei Minopolis als auch im neuen Projekt Wohnturm eingebunden. Die Regierungsparteien sollten vom Projekt Abstand nehmen. Sie halte die vorgesehene Fassadenbegrünung bis in die obersten Stockwerke für unrealisierbar.

GR Martin Flicker (ÖVP) erinnerte daran, dass gestern betont worden sei, Wien brauche mehr Wohnungen. Es müsse aber auch saniert und verdichtet werden, da die Prognose bis 2030 mit rund zwei Mio. EinwohnerInnen in Wien rechne. Er begrüßte die Entwicklung des Wohnungsbaus. Auch die Verkehrsanbindungen sei gut, ebenso wie der Standort. Er bezweifelte aber die Finanzierung der geplanten Überplattung der Autobahnzufahrt und sorgte sich um die künftige Lärmentwicklung. Es sei "zwingend", die AnrainerInnen einzubinden und gute Lösungen für alle Betroffenen zu finden.

GR Mag. Christoph Chorherr (Grüne) erklärte, dass einerseits Widmungen nötig seien und andererseits habe die Stadt die Aufgabe, Allgemeininteressen zu wahren. Dabei könnten nicht alle Individualinteressen berücksichtigt werden. Als Mitglied der Fachjury in diesem Projekt habe er politische Verantwortung übernommen. Daraus wisse er auch, dass einige der Wünsche Eingang in die Planung fanden. Gegen die Sorge der starken Lärmentwicklung brachte er vor, dass aus diesem Grund Carsharing forciert werde und Parkpickerl-Zonen erweitert. Dafür sei sogar der Umweltpreis verliehen worden. Es werde an einem Projekt gearbeitet, das Radinfrastruktur, minimalen Energieverbrauch, Wirtschaftsinfrastruktur und leistbare Wohnungen berücksichtige. Bezugnehmend auf die Fassadenbegrünung verwies er auf vorbildliche Beispiele für vertikales Grün in Alterlaa.

GRin Mag.a Muna Duzdar (SPÖ) erkenne den Komplex Cineplexx, wie er in der Anfrage dargestellt werde, nicht wieder. Sie habe Informationsveranstaltungen besucht und bei der Info-Hotline zum Projekt angerufen. Daraus sei hervor gegangen, dass die dortige Bevölkerung keine einzige Beschwerde eingebracht habe, sich im Gegenteil für die Wohnungen interessiere. Duzdar bezog sich auf das Hochhauskonzept, das es seit zehn Jahren gäbe und das die notwendigen Voraussetzungen und Bedingungen für den Bau von Hochhäusern schaffe. Eine Metropole wie Wien müsse das historische Erbe bewahren, dürfe sich aber gleichzeitig moderner Architektur nicht verschließen. Es mache städtebaulich Sinn, ein Hochhaus dort zu errichten, wo bereits eines steht.

GR Ing. Mag. Bernhard Dworak (ÖVP) griff den Bezug zum Hochhaus-Konzept auf und bezweifelte, dass die darin vorgesehenen Blickachsen nicht mit den Plänen korrespondieren würden. Er kritisierte, dass die Grünen "Anlasswidmung" gemeinsam mit der SPÖ "vervollkommnen" würden. Er sprach in Zusammenhang mit Chorherrs Jurymitgliedschaft von "Missbrauch" und werde sich die Widmungen an denen die Grünen beteiligt seien, genau ansehen.

GR Anton Mahdalik (FPÖ) befürchtete, dass der freie Blick auf die Donau künftig nicht gewährleistet sei. Chorherr habe "die Rede eines großen Wohnbauträgers" geschwungen und die BürgerInnen-Interessen "links liegen gelassen". Die Bevölkerung werde eingebunden, sie dürfe aber nicht mitbestimmen. Leistbare Wohnungen für Bedürftige sehen für ihn jedenfalls anders aus und "große Bäume im 3. Stock" könne er sich nicht vorstellen. Auch die Lärmentwicklung sei "Augenauswischerei". (Forts.) heb/gse

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