Regner: Verhandlungen zur Überarbeitung der Arbeitszeitrichtlinie gescheitert

"Wartezeit muss Arbeitszeit bleiben"

Wien (OTS/SK) - Heute, Freitag, sind die Verhandlungen über die Revision der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie, die seit Dezember 2011 auf europäischer Ebene zwischen den Sozialpartnern geführt werden, gescheitert. "Die Forderungen der Arbeitgeber hätten eine massive Verlängerung der Arbeitszeit bedeutet und damit eklatante Verschlechterungen für Millionen von Arbeitnehmern", betont die SPÖ-EU-Abgeordnete Evelyn Regner gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Konkret hatten die Arbeitgeber gefordert, Wartezeiten während der Arbeit nicht mehr als Arbeitszeit anzurechnen und dies, obwohl der EuGH bereits in einem Urteil festgehalten hat, dass dies nicht zulässig ist. "Würde diesem Ansinnen der Arbeitgeber nachgegeben werden, dann würden dadurch Mindest- und Kollektivlöhne unterlaufen und bisherige Regelungen wären dadurch sogar noch verschlechtert worden", erläutert Regner. Für die Europaparlamentarierin, Mitglied im Beschäftigungs- und Sozialausschuss, ist klar, dass Wartezeiten Arbeitszeiten bleiben müssen.

"Würde sich die Arbeitszeit nach den Wünschen der Arbeitgeber gestalten, dann würde dies auch eine massive gesundheitliche Belastung der Beschäftigten bedeuten. Bereits jetzt sind die Arbeitszeiten in einigen Ländern der Europäischen Union sehr hoch, speziell in Österreich und Großbritannien", sagt Regner. Und weiter:
"Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Arbeitszeit in einem vertretbaren Rahmen bleibt. Ich spreche mich daher auch dafür aus, dass Opt-Out-Regelungen bei der Arbeitszeitrichtlinie auslaufen müssen, denn noch immer entziehen sich einige Staaten Europas ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten."

Ebenso wollten die Arbeitgeber eine vertragliche Definierbarkeit des Arbeitsortes durchsetzen. Auch dies hätte zu vielen Unklarheiten und Unsicherheiten für die Beschäftigten geführt. "Zählen rückwertige Räume eines Betriebes oder Umkleidekabinen zum Arbeitsort? Wird dann beispielsweise die Zeit, die eine Krankenschwester zum Umkleiden braucht und sich dann eben in diesen Räumen aufhält, als Arbeitszeit gerechnet?", gibt Regner ein Beispiel wie sich diese Definition auswirken könnte. (Schluss) up

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