Lebensmittel in Österreich durch 3-stufiges Kontrollsystem gesichert

Auch Verbraucher in der Verantwortung: Auf Herkunftssicherung, Saisonalität und Hygiene achten

Wien (OTS) - Betreffend aktuelle Berichterstattung zu Import-Lebensmitteln, die in Österreich konsumiert werden, legt der Österreichische Lebensmittelverband Wert auf folgende Feststellung:

"Medial wurden kürzlich Schlagzeilen damit gemacht, dass unser Essen aus Fernost komme. Das entspricht in keinster Weise den Tatsachen und macht eine ganze Branche - und damit auch die Leistungen der heimischen Produzenten - mies. Dagegen verwehren wir uns auf das Schärfste", erklärt Michael Blass, Geschäftsführer im Fachverband der Lebensmittelindustrie.

Die Faktenlage spricht eine mehr als deutliche Sprache. Tatsache ist: Aus der ganzen Bandbreite importierter Agrarerzeugnisse, Lebensmittel und Getränke bei einem Gesamtwert von 9,7 Mrd. Euro wurden im vergangenen Jahr 2011 nur knapp ein Hundertstel, nämlich 1,04 Prozent, aus China nach Österreich importiert. Das geht aus der Importbilanz der Statistik Austria hervor. In den ersten zwei Quartalen 2012 lag die China betreffende Importbilanz bei 1,08 Prozent.

Das bringt den Lebensmittelverband aber zu einem weitaus entscheidenderen Punkt: Was in Österreich in den Handel kommt, unterliegt strengsten Richtlinien, laufenden Kontrollen und höchsten Qualitätsansprüchen. Die Lebensmittelsicherheit ist durch ein dreistufiges Kontrollsystem gewährleistet, unabhängig von Ursprung und Herkunft der Produkte.

"Lebensmittel müssen für den Verbraucher immer sicher sein, egal, ob diese in Österreich, der EU oder einem anderen Land der Welt hergestellt bzw. produziert wurden", erläutert Michael Blass.

Dreistufiges Kontrollsystem schafft Sicherheit

Auf der Ebene der Europäische Union gibt es dazu ein europaweites Schnellwarnsystem, das RASFF (Rapid Alert System for Food and Feed). Durch dieses Warnsystem werden Informationen, Kontrollen und Analysen der Mitgliedsstaaten, die bei Importen in die EU durchgeführt werden, vernetzt. Die Lebensmittelsicherheit ist durch diese Zusammenarbeit auf höchstem Niveau garantiert.
Die zweite Stufe des Kontrollsystems besteht auf der Ebene der Nationalstaaten, die amtliche Lebensmittelkontrollen durchführen. In Österreich nehmen diese Aufgaben das Bundesministerium für Gesundheit und in dessen Auftrag die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) sowie die Landesuntersuchungsanstalten in Wien, Kärnten und Vorarlberg wahr.

Die dritte Sicherheitsstufe ist durch laufende Kontrollen und Untersuchungen der einzelnen Lebensmittelhersteller gewährleistet. Denn das österreichische Lebensmittel- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) legt fest, dass in der Verantwortung der Hersteller nur sichere Lebensmittel zum Verbraucher gelangen dürfen. Diese Verantwortung nehmen die österreichischen Lebensmittelproduzenten durch umfassende Qualitätsmanagementsysteme, Kontrollen sowie interne und externe Laboranalysen wahr.

Auch der Konsument ist hinsichtlich bewusster Kaufentscheidungen gefordert

Neben der garantierten Sicherheit von Lebensmitteln sind auf Konsumentenseite Ursprung und Herkunft sowie deren Nachvollziehbarkeit von enormem Interesse. Orientierung dabei geben verschiedene gesetzlichen Vorgaben entsprechende Systeme und Siegel, die Herkunft garantieren. Für die dahinterstehenden Kontrollen ist auch ein entsprechender Aufwand nötig, da meist nicht nur Unterlagen geprüft werden, sondern auch vor Ort festgestellt wird, ob die jeweiligen Angaben korrekt sind.

Die durch das dreistufige Kontrollsystem garantierte Lebensmittelsicherheit ist aber in jedem Fall gegeben: Sowohl bei Produkten mit Herkunftssicherung als auch bei Produkten, an denen durch Kenzeichnung ersichtlich ist, dass nicht jeder Roh- und Inhaltsstoff im Detail auf den Ursprung zurückverfolgt werden kann.

Das Fazit:

  • Lebensmittelsicherheit wird unabhängig vom Ursprung der Produkte bzw. der Produktkomponenten genau überwacht.
  • Verbraucher können in Österreich grundsätzlich von sicheren Lebensmitteln ausgehen und zusätzlich mit ihrer individuellen Kaufentscheidung Herkunftssicherung wählen.
  • Für die Sicherheit der Lebensmittel sorgen die Hersteller und ein engmaschiges Netz an Regelungen und Kontrollen.
  • Lebensmittel mit Herkunftssicherung sind wegen der dafür nötigen aufwändigen Kontrollen teurer als jene, deren Roh- und Inhaltsstoffe deklarierterweise nicht herkunftsgesichert sind.
  • Die Verantwortung der Verbraucher liegt darin, bei Einkäufen z.B. die Saisonalität von Produkten zu bedenken (Erdbeeren im Winter können nicht aus Österreich stammen) und auf Hygiene beim Transport (Kühlkette nicht unterbrechen) sowie bei der Zubereitung zu achten.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Johann Brunner
Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Tel.: 01/7131505-23
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