Papst: Ungezügelter Kapitalismus ist Gefahr für Weltfrieden

In der Botschaft zum Weltfriedenstag 2013 warnt Benedikt XVI. vor Schwund der sozialen Funktion des Staates, Reißen der Netze der Solidarität sowie Abbau sozialer Rechte und Pflichten

Vatikanstadt, 14.12.12 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat vor einem ungezügelten Kapitalismus als Gefahr für den Weltfrieden gewarnt. Es sei "alarmierend", wie die wachsende Ungleichheit zwischen Armen und Reichen und ein "ungeregelter Finanzkapitalismus" Spannungen und Konfliktherde erzeugten, heißt in seiner am Freitag veröffentlichten Botschaft zu dem am 1. Jänner begangenen kirchlichen Weltfriedenstag 2013. Die Finanzmärkte müssten deshalb stärker kontrolliert werden, um den Ärmsten der Welt nicht noch mehr Schaden zuzufügen, fordert der Papst.

Ein dauerhafter Frieden erfordere eine wirtschaftliche Entwicklung, die dem "Prinzip der Unentgeltlichkeit als Ausdruck der Brüderlichkeit und der Logik der Hingabe" Rechnung trage. Die Ethik des Friedens sei eine "Ethik der Gemeinschaft und des Teilens", so Benedikt XVI. Er ruft zu einer Orientierung an einem auf Transparenz hin offenen Humanismus" auf.

Gegen Wachstum um jeden Preis

In seiner Botschaft unter dem Titel "Selig, die Frieden stiften", kritisiert der Papst die Ideologie des Wirtschaftswachstums um jeden Preis. Dafür werde ein Schwund der sozialen Funktion des Staates, ein Reißen der Netze der Solidarität sowie ein Abbau sozialer Rechte und Pflichten in Kauf genommen. Zu den heute am meisten bedrohten Rechten gehöre dabei das Recht auf Arbeit für alle Menschen. Das Ziel, allen Zugang zur Arbeit zu verschaffen und für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu sorgen, müsse aber weiterhin oberste Priorität haben, so Benedikt XVI.

Besorgt äußert er sich auch über die Nahrungsmittelkrise. Diese sei noch "weit schwerwiegender" als die Finanzkrise. Ihre Ursachen seien auch ein "verantwortungsloses Verhalten einiger Wirtschaftunternehmer" sowie eine unzureichende Kontrolle durch die Regierungen und die internationale Gemeinschaft. Ein wesentliches Element zur Krisenüberwindung müsse die Förderung der Kleinbauern sein. Sie müssten in die Lage versetzt werden, "würdig, sozial vertretbar, umweltfreundlich und wirtschaftlich nachhaltig" zu produzieren.

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