Schönborn: "Religion bleibt Medien- und Menschheitsthema"

Kardinal lud ORF-Mitarbeiter zu Adventbegegnung - ORF-Generaldirektor Wrabetz: "Religionssendungen haben beim Publikum eine sehr starke Nachfrage"

Wien, 14.12.12 (KAP) "Religion ist und bleibt ein Menschheitsthema und somit auch ein Medienthema": Das unterstrich Kardinal Christoph Schönborn am Donnerstagabend in der Wiener Franziskanerkirche bei einer Adventbegegnung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ORF. Der Wiener Erzbischof wies auf die enorme Resonanz der "Highlights des ORF-Religionsprogramms" hin: Bei den sonntäglichen Radiogottesdiensten hörten durchschnittlich zwischen 500.000 und 600.000 Interessierte zu, in der Reihe "Feierabend" am Ostermontag hätten heuer deutlich mehr als 1 Million Menschen einen Beitrag über Jerusalem-Pilger mitverfolgt. Und ORF-Generaldirektor Wrabetz bestätigte: "Religionssendungen haben beim Publikum eine sehr starke Nachfrage."

"Zeigen nicht beide Beispiele, dass Religion, dass christlicher Glaube in sehr ursprünglichen und authentischen Ausprägungen -Gottesdienst bzw. Pilgern - die Menschen anzieht?", fragte der Kardinal vor zahlreichen Gästen aus dem Medienbereich. Für ihn seien die genannten Beispiele "Hoffnungssignale in einer Zeit der Umbrüche" und gleichzeitig ein Beleg dafür, dass Religion zu Recht einen festen Platz im Programmauftrag des ORF habe.

Kirche und ORF sind nach den Worten des Wiener Erzbischofs "in gewisser Weise wesensverwandt": Beide wendeten sich "an alle", und das nicht privat und heimlich, sondern öffentlich. Dementsprechend würden beide rechtlich gesehen einen öffentlichen Status genießen -"nicht als unangemessenes Privileg, sondern aufgrund des je eigenen Auftrags im öffentlichen Interesse", sagte Schönborn.

Letztlich stünden Kirche wie auch ORF in unterschiedlicher Weise "im Dienst der Wahrheit". Der Kardinal wörtlich: "Die Wahrheit bleibt ein 'Stachel im Fleisch' - für die Kirche genauso wie für Journalisten." Sich auf alle Menschen hin ausgerichtet zu wissen biete auch die "Gefahr der Anbiederung", warnte Kardinal Schönborn:
"Was für die Kirche die Versuchung eines lauen Christentums ist, ist für den Journalismus wohl das Liebäugeln mit dem Boulevard."

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