Lesung: "Nix wie Zores" im Wien-Haus

4. Wiener Kriminacht in Brüssel

Wien (OTS) - Gestern Abend lud das Verbindungsbüro der Stadt Wien bereits zur 4. Wiener Kriminacht in Brüssel. Gast war diesmal der Wiener Krimiautor Andreas Pittler, der aus seinem jüngsten Kriminalroman "Zores" Kostproben zum Besten gab.

Im Buch, das im März 1938 unmittelbar vor dem "Anschluss" Österreichs an Deutschland spielt, ist der mittlerweile zum Oberst aufgerückte David Bronstein unter anderem mit der Aufklärung eines Mordes an einem Nazi-Oberen befasst. "Der Historiker und Journalist Andreas Pittler schafft es auch mit Zores wieder, das Wien der Zwischenkriegszeit lebhaft vor Augen zu führen", so Susanne Eichhorn vom Literaturhaus Wien. Die Kritik in den Printmedien überschlägt sich regelrecht vor Lob, so schrieb die Kleine Zeitung: "Bedrohlich gut geschrieben, mit intelligenten Pointen gespickt, mit authentischen Wiener Dialektspenden durchsetzt, liest sich der historische Krimi in einer Nacht."

"Zores" ist der 5. Roman in der Serie der Kriminalromane um Kommissar David Bronstein. Ungewöhnlich ist der umgekehrte chronologische Ablauf der Saga, die 2008 mit dem Werk "Tacheles" , das im Jahr 1934 spielt und sich mit den weiteren Romanen über die Jahre 1927 und 1918 fortsetzt, um mit dem Titel "Tinnef" im Jahr 1913 (Erscheinungsjahr 2011) vorläufig abzuschließen und gleichzeitig einen Anfang zu bilden. Ungewöhnlich auch, dass der 5. Teil "Zores" den bewegten März im Jahr 1938 zeichnet - also einen Sprung nach vorne in der Geschichte bildet.

Michaela Kauer, Leiterin des Wien-Hauses in Brüssel, in ihrer Begrüßungsrede: "Ich finde es sehr gelungen, die aufeinander folgenden historischen Romane in der Zeit rückwärts zu erzählen, weil so ein tieferer Blick für die Ursachen der Entwicklung geboten wird."

Dem Autor Andreas Pittler ist der "pädagogische" Input seiner Serie ein besonderes Anliegen. "Ich will mit den Krimis nicht nur unterhalten, ich will auch zum Nachdenken anregen. Warum lief in der Ersten Republik so vieles so schief - und was kann man, gerade in Krisenzeiten, aus den Fehlern von damals für das heute lernen. Die Bände erschienen ja in der Reihenfolge 1934, 1927, 1918, 1913 - und dann erst kam 1938. Warum? Weil ich als Historiker der Auffassung bin, dass man immer tiefer graben muss, um an die Wurzeln eines Problems zu kommen." Es zeige sich, dass viele der Fehlentwicklungen des 20. Jahrhunderts ihre Ursache schon in den Fehlern des 19. Jahrhunderts habe. Die Geschichte der Ersten Republik zeige, dass man sich die gesellschaftlichen Werte stets aufs Neue bewahren müsse, um nicht eines Tages in der Katastrophe zu erwachen.

Der Büchertisch der Buchhandlung Lesezeichen bot die Gelegenheit das aktuelle und die voran gegangenen Werke von Andreas Pittler zu erstehen und bei der Gelegenheit signieren zu lassen - wovon das begeisterte Publikum zahlreich Gebrauch machte.

Andreas Pittler wurde 1964 in Wien geboren und lebt seither in Wien-Margareten, seinem Lebens- und Lieblings-Bezirk. 2012 wurde sein Roman "Tinnef" für den renommierten "Friedrich Glauser-Preis" nominiert. Für sein schriftstellerisches Schaffen erhielt er das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Zu dieser Meldung werden in Kürze unter www.wien.gv.at/pressebilder Fotos zur Verfügung gestellt.

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