Spekulationsgeschäfte des Landes Salzburg

Mangels Dementi: Schadenspotential erfordert Entscheidung über Ausstieg in diesem Jahr

Wien (OTS) - Eine Entscheidung über den Ausstieg aus allen Spekulationsgeschäften noch in diesem Jahr empfiehlt der Geschäftsführer des auf Gemeindefinanzen spezialisierten Beratungsunternehmens Collatio, Rainer Stich, dem Land Salzburg. "Wenn die Informationen der Finanzverantwortlichen des Landes stimmen, so stehen 340 Millionen Euro realisierte Verluste einem aktuell positiven Marktwert von Euro 130 Millionen gegenüber," erklärt Stich. Da, wie Gutachter festgestellt haben, bereits geringfügige Zinsschwankungen über Nacht den Marktwert um mehrere Millionen Euro in die eine oder andere Richtung verändern können, sollte so rasch wie möglich reiner Tisch gemacht werden," meint Stich. "Die geäußerte Hoffnung, verlorenes Geld über den Markt wieder zurückgewinnen, ist nichts Anderes als eine bewusste Fortsetzung der riskanten Spekulationsgeschäfte auf Kosten der Steuerzahler. Wenigstens diese Lektion sollte man aus ähnlichen Geschehnissen der Stadt Linz gelernt haben."

Nach den in der Öffentlichkeit bekannten Daten (Euro 340 Millionen Verlust sowie Euro 130 Millionen positiver Marktwert aktuell) käme das Land mit einem Schaden in Höhe von 210 Millionen Euro davon.

Der Ausstieg müsste noch in diesem Jahr zu schaffen sein. "Wenn es möglich ist, innerhalb von sechs Wochen 240 Derivatgeschäfte -angeblich ohne Verlust - aufzulösen, so sollte auch innerhalb kurzer Zeit der Ausstieg aus den restlichen 50 Verträgen erfolgen können," so Stich.

Die Feststellung des exakten Verlustausmaßes ist innerhalb eines Tages möglich. "Die zuletzt kolportierten drei Monate sind viel zu lange und nicht notwendig," erklärt der Berater. "Bei jedem, der in diesem Fall vorgibt, erst monatelange Untersuchungen anstellen zu müssen, bevor reagiert werden könne, sollte die wahre Motivlage dieses Ansinnens kritisch hinterfragt werden," stellt Stich fest.

Die nächsten Schritte

In einem nächsten Schritt sollte dann untersucht werden, wie viel die Banken mit den Spekulationsverlusten des Landes verdient haben, ab welchem Zeitpunkt diese Verdienste dem Land bekannt waren und ob auch für jene Geschäfte, bei denen die Bankerträge nicht offengelegt wurden, eine Anspruchsgrundlage besteht. "Auch hier sollte man aus Fehlern der Stadt Linz gelernt haben," betont der Collatio Geschäftsführer. Erst durch ein Gutachten des Sachverständigen Christian Imo wurde nach mehrjährigen Verhandlungen und Klagschriften der Ertrag der Bank und deren Auswirkung auf die Verluste ausreichend thematisiert.

Mitglieder des Finanzbeirates hätten Bankertrag errechnen können Abseits der politischen Debatten stellt sich auch die Frage nach der Rolle von Beratungsunternehmen im sogenannten Finanzbeirat des Landes. Ein am österreichischen Markt äußerst renommiertes Beratungsunternehmen hat in dieser Rolle bekanntlich das Land Salzburg und die in die Kritik geratene Referatsleiterin beim Abschluss der Geschäfte unterstützt. Trotz professioneller Tools konnten die involvierten Banken nach ersten vorsichtigen Schätzungen eines Gutachters zumindest 39 Millionen Euro aus den Geschäften verdienen. Das geschah offensichtlich ohne Nachberechnung durch den Finanzbeirat, deren Beratungsunternehmen laut Nachrichtenmagazin Profil ohne Konzession für Derivatgeschäfte dastehen.

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Rainer Stich
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