• 13.12.2012, 12:16:35
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Gesundheits- und Sozialberufe: Gewerkschaften fordern deutliches Reallohnplus

KV-Verhandlungen starten heute mit Forderungsübergabe für 120.000 Beschäftigte

Utl.: KV-Verhandlungen starten heute mit Forderungsübergabe für
120.000 Beschäftigte =

Wien (OTS/ÖGB) - Beim Start der Kollektivvertragsverhandlungen für
die Beschäftigten aus dem privaten Sozial- und Gesundheitsbereich
forderten die Gewerkschaften GPA-djp und vida heute eine deutliche
Erhöhung der Reallohneinkommen. "Die körperlich und psychisch
anstrengende Arbeit in Pflege und Betreuung hat ihren Wert. Das muss
sich in der Entlohnung widerspiegeln", erklären die
VerhandlungsführerInnen Reinhard Bödenauer von der GPA-djp und
Michaela Guglberger von der Gewerkschaft vida.+++

Zum ersten Mal findet heuer eine sogenannte Globalrunde statt. Die
Arbeitgebervertreter dreier unterschiedlicher Kollektivverträge aus
dem Sozial- und Gesundheitsbereich verhandeln erstmals gemeinsam
statt getrennt die entgeltrechtlichen Bestimmungen mit den
Gewerkschaften GPA-djp und vida. Neben dem Arbeitgeberverband
"Sozialwirtschaft Österreich" (vormals BAGS) sind dies die Caritas
und die Diakonie. Insgesamt betreffen die Verhandlungen damit rund
120.000 ArbeitnehmerInnen.

Neben einer ordentlichen Erhöhung der Lohn- und Gehaltstabellen
fordern die Gewerkschaften Veränderungen im Rahmenrecht, die für
viele Beschäftigte ein zusätzliches Einkommensplus bewirken. Dazu
gehören die bessere Anrechnung von Vordienstzeiten aus anderen
Berufen, die längere Anrechnung von Zeiten der Elternkarenz bei der
Vorrückung im Lohn- und Gehaltsschema sowie die Berücksichtigung von
variablen Zuschlägen wie jene für Sonntags- und Nachtarbeit bei der
Berechnung von Weihnachts- und Urlaubsgeld.

"Im Sozialbereich gibt es viele Beschäftigte, die aus einem anderen
Beruf kommen und nach einer Phase der Kindererziehung in der Branche
beginnen. Das gilt für viele Heimhilfen und Tagesmütter. Derzeit
werden diesen ArbeitnehmerInnen maximal vier Jahre zu 50 Prozent
angerechnet", erläutert Guglberger. Auch Zeiten der Elternkarenz
werden derzeit unzureichend angerechnet - aktuell werden sie im
Ausmaß von 12 Monaten pro Geburt berücksichtigt, während sehr viele
Mütter und leider nur wenige Väter länger beim Kind bleiben.

"Die Beschäftigten kneifen nicht, wenn es darum geht, am Sonntag oder
in den Nachtstunden Pflege und Betreuung zu leisten. Dann dürfen die
Arbeitgeber auch nicht geizen, wenn es darum geht, diese Belastung
beim Weihnachts- und Urlaubsgeld miteinzurechnen", erklärt Bödenauer
einen weiteren Forderungspunkt. Wichtig ist den beiden Gewerkschaften
auch, dass Beschäftigte, die zuhause für längere Zeit eine/n
Angehörige/n pflegen, abgesichert werden. vida und die GPA-djp
fordern dazu einen Rechtsanspruch auf Pflegeteilzeit bzw.
Pflegekarenz.

Überwältigende Mehrheit unterstützt die Forderungen

Die vida und die GPA-djp haben im Vorfeld der
Kollektivvertragsverhandlungen eine Umfrage unter den
BetriebsrätInnen der Branche durchgeführt. Dabei erhielten die vier
angeführten Verbesserungen im Arbeitsrecht Zustimmungsraten von über
90 Prozent.

Die Verhandlungen werden am 10. Jänner 2013 fortgesetzt.

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