Bildungsministerin Schmied: Bildungsstandards zeigen genaues Bild der Wirklichkeit und sind Impulsgeber für die Schulentwicklung

Auf individuellen Begabungen, Stärken und Schwächen der Kinder besser eingehen

Wien (OTS/SK) - "Zum ersten Mal in der österreichischen Schulgeschichte wurden alle Schülerinnen und Schüler einer Schulstufe, ca. 80.000 Jugendliche, einer objektivierten Überprüfung unterzogen", betonte Bildungsministerin Claudia Schmied heute, Dienstag, bei der Präsentation der Ergebnisse der Bildungsstandards in Mathematik. Es wurden die Soll-Kompetenzen der Schüler der 8. Schulstufe in diesem Fach im Mai 2012 geprüft. "Die Bildungsstandards zeigen uns ein genaues Bild der Wirklichkeit, aufgrund der wir die Entwicklung an den einzelnen Schulstandorten weiterführen können", erklärte Schmied. Bildungsstandards legen jene Kompetenzen fest, die Schüler am Ende einer definierten Ausbildungszeit auf Basis der Lehrpläne erworben haben sollten. ****

Ziel der Überprüfung von Bildungsstandards ist es, Problembereiche an Schulstandorten sichtbar zu machen. "Problembereiche werden erkannt und können anschließend mit gezielten bildungspolitischen Maßnahmen überwunden werden", betonte Schmied. Betrachtet man die Faktoren, die ausschlaggebend für das Übertreffen bzw. Nichterreichen der Bildungsstandards sind, zeigt sich, "dass der Bildungsgrad der Eltern, der Sozialstatus sowie der Migrationshintergrund Einfluss auf die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler hat", sagte Schmied.

Die Ergebnisse dieser Überprüfung sind sehr aufschlussreich und helfen die Qualität und Chancengerechtigkeit künftig zu erhöhen. Auch zeigen die Daten, dass die in den letzten Jahren gesetzten bildungspolitischen Maßnahmen wie verpflichtendes Kindergartenjahr, Sprachförderung, kompetenzorientiertes Unterrichten, Lehrerfortbildung (auch am Schulstandort) und die Reform der 9. Schulstufe richtig und wichtig sind. Schmied betonte, "dass die Standards kein Marketinginstrument sind".

Die Überprüfung dient somit zum einen der Rechenschaftslegung über die erbrachten Kompetenzleistungen in einem Fachbereich zu einem bestimmten Zeitpunkt und der Qualitätsentwicklung des Unterrichts. "Bildungsstandards sind somit wesentliche Impulsgeber für die Schulentwicklungsprozesse", so die Bildungsministerin. Hier gebe es aber einen Spannungsbogen zu überbrücken. "Während die Rechenschaftslegung nach Transparenz verlangt, erfordert das Anstoßen von Schulentwicklungsprozessen Vertraulichkeit und Vertrauen", sagte Schmied.

Im zweiten Teil der Pressekonferenz wurden die Ergebnisse der internationalen Bildungsvergleichsstudien PIRLS 2011 (Progress in International Literacy Study) und TIMSS 2011 (Trends in International Mathematics and Science Study), bei der Volksschüler der 4. Klasse in Lesen bzw. Mathematik und Naturwissenschaften getestet wurden, präsentiert. "Auch hier zeigt sich, dass unverhältnismäßig viele Kinder schlechter abschneiden, deren Eltern maximal Pflichtschulabschluss haben", betonte Schmied und ergänzte, "um für gerechte Bildungschancen zu sorgen, müsse wir den individuellen Begabungen, Stärken und Schwächen der Kinder besser gerecht werden". (Schluss) mis/mo

Service: Die genauen Daten und Zahlen zu den Studien finden sie unter:
https://www.bifie.at/news/1941 und
https://www.bifie.at/news/1942

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