Kinderfreunde zu Bildungsstandards: Bildungsvererbung aufbrechen!

Die Ergebnisse der Standardüberprüfung durch das BMUKK zeigen, dass soziale Benachteiligung Realität ist.

Wien (OTS) - "Die Ergebnisse der Bildungsstandardsüberprüfung sind relativ schnell zusammen-zufassen: Wer gebildete Eltern hat, kommt gut durch die Schulkarriere, bei niedrigem Bildungsstand der Eltern ist und bleibt man chancenlos", zeigt sich Jürgen Wutzlhofer, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde, besorgt. Das Bildungssystem sei daran zu messen, wie gut es soziale Unterschiede ausgleichen könne, statt sie einzuzementieren. "Wenn man unsere Schulen diesem Test unterzieht, dann findet man enormen Aufholbedarf", erklärt Wutzlhofer.

Die Lösung für diese Problematik liege auf der Hand: "Es braucht mehr Unterstützung in genau den Schulen, die in sozialen Brennpunkten liegen, das Schulsystem braucht eine Förderzielscheibe statt des Gießkannenprinzips", so Wutzlhofer. Die Kinderfreunde fordern schon seit mehreren Jahren eine "soziale Indexierung", nach der Brennpunktschulen mehr Mittel abrufen könnten, um die sozialen Unterschiede auszugleichen und allen Kindern gerechte Chancen zu ermöglichen. Dafür seien solche Standardüberprüfungen gut: "Anhand dieser Listen mit Testergebnissen kann man nun sehen, welche Schulen mehr Förderbedarf haben und welche nicht", so Wutzlhofer weiter. Man müsse nur immer darauf achten, dass aus solchen Auflistungen kein "Ranking"-Gedanke entsteht. "Wir wollen keinesfalls die Schaffung von 'Bildungsghettos' unterstützen, gerade die Schulen mit schwächeren Ergebnissen müssen nun durch Mittelaufstockung attraktiver gemacht werden", fordert Wutzlhofer.

Der eingeschlagene Weg sei nun konsequent weiterzuführen: "Viele unserer Forderungen wurden schon umgesetzt, es braucht jedoch trotzdem eine umfassende Schulreform und eine gemeinsame Schule für alle 10-14-Jährigen. Unterrichtsministerin Claudia Schmied muss weiter daran arbeiten, die sozialen Ungerechtigkeiten im Bildungssystem auszugleichen und sich nicht von den konservativen Blockierern ausbremsen zu lassen", so Wutzlhofer abschließend.

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