Volkshilfe warnt vor "Schuldenfalle Energierechnung"

Steigende Energiekosten werden zur existenziellen Bedrohung für armutsbetroffene Menschen

Wien (OTS) - "Heizen ist jener Belastungsfaktor, der einkommensschwache Haushalte am meisten trifft", kritisiert Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer und warnt aufgrund der stark steigenden Energiekosten vor neuen Armutsfallen:
"Armutsbetroffene Haushalte zahlen nicht nur zwischen 30 und 40 Prozent mehr für die Energie als vergleichbare "normale" Haushalte, in Österreich haben bereits 447.000 Menschen Zahlungsrückstände bei laufenden Wohnkosten."

Im Vergleich zum Vorjahr müssen die Menschen in Österreich für Energie um 6,1 Prozent mehr bezahlen. Sozial benachteiligte Haushalte stehen unter besonders großem finanziellen Druck. Grund dafür sind Zusatzkosten wie Mahnspesen oder die Kosten für das Ab- und Einschalten von Strom beziehungsweise Gas. In Summe zahlt ein sozial benachteiligter Haushalt mit einem monatlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh bis zu 200 Euro mehr als ein "normaler" Haushalt. "Die Situation hat sich soweit verschärft, dass heute 313.000 Menschen in Österreich in ihren Wohnungen frieren. Die Volkshilfe bekommt täglich Hilfsansuchen von Menschen mit Kindern, die keine Heizung haben, weil das Gas aufgrund von Zahlungsrückständen abgedreht ist. Das ist ein unerträglicher Zustand", sagt Weidenholzer und fordert: "Die Menschen haben ein Grundrecht auf Energie. Für die knapp 200.000 MindestsicherungsbezieherInnen in Österreich ist die Situation besonders drastisch. Von dem Grundbetrag von 580 EUR, der für den Lebensunterhalt vorgesehen ist, müssen nicht nur immer teurere Nahrungsmittel gekauft, sondern auch die steigenden Energiekosten beglichen werden. Wir fordern, dass die tatsächlichen Energiekosten berücksichtigt werden." Dasselbe gilt für das Recht auf Wohnen. Um dieses zu gewährleisten, müssen unterschiedliche Maßnahmen gesetzt werden. "Das beginnt beim ausreichenden Neubau von leistbaren Wohnungen, diskriminierungsfreier Wohnungsvergabe und endet bei professioneller flächendecker Delogierungsprävention", so Weidenholzer abschließend.

Wärme schenken

Mit dem Projekt SchenkBAR, einem Spendenshop im Wiener Westbahnhof, sammelt die Volkshilfe Spenden, um Energierechnungen für armutsbetroffene Menschen in Österreich begleichen zu können.
Mehr Infos www.volkshilfe.at/Armut und www.volkshilfe.at/SchenkBAR

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