ARBÖ: Mehr Pendlergeld für Wenigverdiener ist Schritt in die richtige Richtung

Von den Pendlerpauschalen profitierten bisher der Mittelstand, nicht die "Reichen"

Wien (OTS) - "Mehr Pendlergeld für Wenigverdiener und Teilzeitkräfte ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, ebenso der Pendlereuro pro gefahrenen Kilometer", stellt ARBÖ-Generalsekretärin Mag. Lydia Ninz nach dem Beschluss im Ministerrat fest. Sie begrüßt auch, dass das Zusatzpaket für Pendlerinnen und Pendler mit 150 Mio. Euro deutlich höher ausgefallen ist als ursprünglich mit 110 Mio. Euro. "Die Finanzministerin soll jetzt durch gezielte Informationen und durch eine einfache Abwicklung dafür sorgen, dass die Betroffenen auch tatsächlich das bekommen, was ihnen zusteht", fügt die ARBÖ-Chefin hinzu.

Die ARBÖ-Generalsekretärin räumt mit dem Märchen auf, dass bisher die Bestverdiener am meisten von der Pendlerpauschale profitiert hätten. "Wie aus einer Anfragebeantwortung der Finanzministerin hervorgeht, ist es vor allem der klassische Mittelstand mit einem Jahresgehalt zwischen 30.000 und 55.000 Euro. Das sind oft Menschen, die eine Familie erhalten müssen und die oft stundenlange Anfahrten auf sich nehmen, um arbeiten zu können. "Die Pendlerpauschalen reichen nicht annähernd aus, um allein die Spritkosten abzudecken, geschweige denn alle anderen Kosten rund ums Auto oder die investierte Lebenszeit", so Ninz.

Die Zahlen widerlegen auch die immer wieder kolportierte Behauptung, die Pendlerpauschalen würden Menschen dazu verlocken, aus der Stadt aufs Land zu ziehen. "Bei einem mittleren Verdienst von 2.800 Euro im Monat gibt es durch die Pendlerpauschalen einen Steuervorteil zwischen 300 (kleine Pendlerpauschale, 20-40 km ) und 1.497 Euro (große Pendlerpauschale, über 60 km) im Jahr. Kein Mensch würde deswegen extra von der Stadt aufs Land ziehen. Dass es hier nur marginale Bewegungen gibt zeigt auch die Anfragebeantwortung durch das Finanzministerium: Nach den aktuellsten verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2011 haben nur 4.800 Menschen durch einen Wohnort-/Arbeitsplatzwechsel über ihr Bundesland hinaus eine Pendlerpauschale neu bekommen. Im Gegenzug haben 2.400 Personen die Pendlerpauschale verloren, weil Job und das Zuhause nun im gleichen Bundesland sind.

Die Politik ist weiter gefordert, Pendlerinnen und Pendler optimale Rahmenbedingungen zu bieten, auch für einen Umstieg auf Öffis. Dazu gehören mehr passende Park&Ride-Plätze, leistbare Garagen und Umstiegsmöglichkeiten vor den Toren Wiens. "Eine günstige Parkmöglichkeit mit längerer Stehzeit in den Außenbezirken wäre daher angemessen", betont die ARBÖ-Generalsekretärin. "Fleißige Pendlerinnen und Pendler dürfen in der Öffentlichkeit auch nicht als Parkplatzdiebe oder Umweltverschmutzer diskriminiert werden!"

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