GLOBAL 2000 testete erneut Babyfläschchen: Alle BPA-frei, aber weitere krebserregende Chemikalie gefunden

Vier von 13 Fläschchen "sauber", der Rest teilweise stark chemiebelastet

Wien (OTS) - Eine von der EU beauftragte Studie ergab Anfang 2012, dass trotz europaweiten Verbots immer noch viele Babyfläschchen die hormonell wirksame Chemikalie Bisphenol-A (BPA) enthielten, obwohl diese ausdrücklich als "BPA-frei" gekennzeichnet waren. Außerdem wurden in den 440 untersuchten Fläschchen insgesamt 27 verschiedene Chemikalien gefunden, die ins Babymilchsimulat übergehen können.

GLOBAL 2000 entschied sich zu einer Überprüfung dieser Ergebnisse für den österreichischen Markt. In verschiedenen Drogeriemärkten sowie per Internet wurden insgesamt 13 Babyfläschchen unterschiedlichster Hersteller gekauft und nach der gleichen Methode wie in der zitierten EU-Studie getestet. Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000, fasst das Ergebnis zusammen: "Es gibt endlich Licht, aber immer noch viel Schatten. Alle getesteten Fläschchen waren diesmal auch wirklich "BPA-frei"! Allerdings ließen sich zwölf verschiedene Chemikalien bzw. Stoffgruppen nachweisen, die in das Babymilchsimulatt eingewandert sind."

Alle der sieben untersuchten Fläschchen aus Polypropylen gaben Chemikalien in die Babymilch ab. Das schlechteste Ergebnis lieferte das einzige Silikonfläschchen aus der Testreihe. Aus diesem löste sich ein Cocktail aus sieben verschiedenen Chemikalien. Von GLOBAL 2000 mit diesem Ergebnis konfrontiert, erklärte der Hersteller umgehend, die Auslieferung dieses Fläschchens nach Österreich und Deutschland zu stoppen, und den genauen Sachverhalt zu klären.

Besorgniserregend ist der Nachweis von Benzophenon in zwei der untersuchten Fläschchen. Dieser Stoff wurde erst kürzlich von der Internationalen Agentur für Krebsforschung IARC als 'möglicherweise beim Menschen Krebs erzeugend' eingestuft. Burtscher betont:
"Chemikalien, die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen, haben in Babyfläschchen absolut nichts verloren und müssen vom Gesetzgeber verboten werden!"

Doch es gibt auch gute Nachrichten - es gibt am österreichischen Markt Plastikfläschchen, die "sauber" sind: Vier der dreizehn untersuchten Fläschchen gaben keine nachweisbaren Chemikalien in das Babymilch-Simulat ab. Darunter waren Fläschchen aus Polyethersulfon (PES), Polyamid (PA) und Tritan, welches als einziges Material auch beim EU-Test sehr gut abgeschnitten hatte. Tritan ist jedoch in Europa noch kaum am Markt.

Helmut Burtscher betont abschließend: "Leider ist der Griff ins Einkaufsregal immer noch ein Glücksspiel. Für junge Eltern ist dies eine untragbare Situation. Daher waren GLOBAL 2000 diese unabhängigen Produkttests sehr wichtig. Sie dienen nicht nur zur Information für VerbraucherInnen - wir fordern die Hersteller auf, endlich größtmögliche Sicherheit bei der Herstellung ihrer Produkte walten zu lassen. Es geht um die Gesundheit bereits im Baby- und Kleinkindalter."

Die Ergebnisse im Detail stehen auf www.global2000.at zum Download bereit.

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