GLOBAL 2000: Kyoto-Protokoll nur noch symbolische Geste für Klimaschutz

Blockierer gewinnen, Klimaschutz verliert. Kein Geld aus Österreich für Klima-Opfer.

Wien/Doha (OTS) - Die 18. Klimakonfernz ist zu Ende, für GLOBAL 2000 gibt es nach der aufkeimenden Hoffnung in Durban wenig Positives zu berichten: "Blockiererstaaten wie Polen haben gewonnen, Klimaschutz und die Entwicklungsländer sind die klaren Verlierer. Wir sind nach wie vor auf einem Pfad zu einer um vier Grad wärmeren Welt, die zunehmende Dürren, Katastrophen und Millionen Klimaflüchtlinge bedeuten würde," zeigt sich Johannes Wahlmüller besorgt.

Hauptergebnis ist die Unterzeichnung einer zweiten Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll, dem neben der EU auch Australien, Norwegen und die Schweiz beitraten. "Die EU hat mit der Unterzeichnung der zweiten Verpflichtungsperiode von Kyoto lediglich eine symbolische Geste gesetzt, denn ohne ambitioniertere Ziele wird keine einzige zusätzliche Tonne CO2 eingespart. Zudem hat sich Polen gegen 26 EU-Länder durchgesetzt und eine klare Entscheidung zum Verfall von Überschusszertifikaten verhindert", kritisiert Wahlmüller.

Der Auftritt Österreichs war für GLOBAL 2000 eine schwere Enttäuschung. 2012 läuft die "Klimasoforthilfe" aus. Sie unterstützte von 2010 bis 2012 Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel und sollte ab 2013 sogar verstärkt werden. Umweltminister Berlakovich hatte aber nichts im Gepäck als leere Worte. "Der österreichische Auftritt bei der Klimakonfernz ist beschämend, von einem reichen Land hätte man eine konkrete Zusage an Unterstützung erwarten können", sagt Wahlmüller.

Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Frankreich und die Niederlande haben bereits konkrete finanzielle Unterstützung angeboten. Schweden, bevölkerungsmäßig vergleichbar mit Österreich, sagte jährlich 280 Mio. Euro zu, Umweltminister Berlakovich nannte bei einem Abendessen lediglich die Summe von 50.000 Euro für ein Projekt in Afrika. "Wir fordern Umweltminister Berlakovich auf, dieses Versäumnis schleunigst nachzuholen und klarzumachen, dass Österreich die Entwicklungsländer nicht länger im Stich lassen wird", betont Wahlmüller.

Nach Doha sollen die Verhandlungen um ein globales Klimaschutzabkommen intensiviert werden, um rechtzeitig vor 2015 zum Abschluss zu kommen. "Die zweite Verpflichtungsperiode von Kyoto bedeutet auch ein Versprechen an einen regelbasierenden Klimaschutz, der sich an der Wissenschaft orientiert. Das muss sich im Klimaschutzabkommen, das bis 2015 abgeschlossen werden soll, wiederfinden", sagt Wahlmüller.

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