RfW-BO Amann: EU-Einigung zur Regulierung von Ratingagenturen ist "zahnloser Tiger"

Es brauche eine eigenständige europäische Rating-Agentur, die nach Regeln spiele, die auf der europäischen wirtschaftlichen Realität basieren.

Wien (OTS) - "Ohne Regularien für tatsächliche, scharfe Sanktionen ist das ein "zahnloser Tiger"", so RfW-Bundesobmann Fritz Amann zur EU-Einigung auf schärfere Regeln für Ratingagenturen. Der Einigung zufolge müssen die Agenturen für Fehleinschätzungen haften, allerdings stelle sich einmal die Frage, wie diese Fehleinschätzungen definiert seien. "Hier müsste es klare Regelungen geben und entsprechend scharfe Sanktionen, die bis zum Konzessionsverlust gehen müssen", so Amann. Man könne durchaus auch Anleihen beim EU-Kartell-und Wettbewerbsrecht nehmen, das empfindliche Geldstrafen ermögliche, die bis zur Höhe des Jahresumsatzes gehen können. Zudem sollten die Rating-Agenturen ihre Bewertungskriterien nicht nur offenlegen, sondern veröffentlichen.

Amann spricht sich auch für eine eigenständige EU-Rating-Agentur aus. "Bei der Unternehmens- und Vermögens-Bewertung gibt es traditionell verschiedene Herangehensweisen bzw. Standards. Während im angloamerikanischen Raum der Börsenkurs herangezogen wird, haben wir in Kontinental-Europa das Niederstwert-Prinzip", so Amann. Grundsätzlich sei zu hinterfragen, warum sich europäische Unternehmen dem amerikanischen System der Bilanzierungsregeln zu unterwerfen haben. "Europa sollte sich auf seine unternehmerischen Grundwerte besinnen. Das würde auch das Vertrauen der Bürger in ein geeintes Europa stärken. "Good Old Europe" steht nicht für die Geldwirtschaft als Jobmaschine, sondern vor allem für Wertschöpfung durch Industrie, Gewerbe, Handwerk", so Amann.

"Daher braucht es eine klare Synchronisierung der Geldwirtschaft mit der Realwirtschaft und als Konsequenz daraus eine eigenständige europäische Rating-Agentur, die nach Regeln spielt, die auf der europäischen wirtschaftlichen Realität basieren", so Amann.

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