VIRUS zu Lobauautobahn: nichts als Schall und Rauch!

S1 bleibt brandheißes Thema - Prinzip "Rette sich wer kann" reicht nicht

Wien (OTS) - Wie die Umweltorganisation VIRUS kritisiert, zeigt der jüngste Tunnelbrand in Japan, wie fatal derartige Katastrophen sein können. Dennoch würde Verkehrsministerin Bures trotz massiver Sicherheitsprobleme beim Lobautunnel ihren Langzeitplan zur Genehmigung der S1 ungerührt fortsetzen.

VIRUS-Sprecher Wolfgang Rehm, er vertritt im UVP-Verfahren auch die Umweltschutzorganisation Global 2000, verweist auf ein von Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen vorgelegtes Gutachten des erfahrenen Brandschutzsachverständigen Dr. Widetschek, das der Tunnelplanung ein vernichtendes Zeugnis ausstellt: "Das Brandschutzgutachten kommt zur Feststellung, dass das Rettungskonzept lediglich auf dem Prinzip - Rette sich wer kann - aufgebaut ist". Ein Blick in die Projektunterlagen zeige, dass nachträglich die Hälfte der Verbindungstollen zwischen den Tunnelröhren, sie dienen als Fluchtweg wie als Angriffsweg für Einsatzkräfte, gestrichen wurde. Diese Verdoppelung der Abstände auf 500 Meter sei eine handfeste Tatsache, die sich nicht durch den Verweis auf intransparente Risikomodelle beseitigen ließe. "Die Reichweite des ebenso belastenden wie zeitkritischen Einsatzes von Feuerwehrkräften mit Atemschutz ist begrenzt, die Beteuerungen, dass das alles nichts ausmache sind sprichwörtlich ebenso Schall und Rauch, wie sich die festgestellte großflächige Verlärmung von ruhigen Wohngebieten vor allem in der Donaustadt durch die Lobauautobahn nicht wegdiskutieren lässt," so Rehm. Nach dem jüngst abgeschlossenen 6-tägigen Marathon der mündlichen Verhandlung, in dem die Behörde versucht hat, sämtliche vorgelegten Gutachten im Eilverfahren vom Tisch zu wischen, habe sie nun notdürftig ein - wie VIRUS kritisiert - lediglich behelfsmäßiges Protokoll "zusammengebastelt". "Trotz der unbeirrbar eingeschlagenen Generalrichtung und unüberbrückbarer Differenzen teilt der Behördensachverständige für Tunnelsicherheit in überraschend vielen Punkten unsere Einschätzung zu Risikofragen", so Rehm. Ob im Gefahrenfall Selbstrettung gelingen könne, bleibe nicht nur für in ihrer Mobilität eingeschränkte Mitmenschen fraglich. "Hier noch Zusatzhürden, wie überlange Fluchtwege in einem teilweise noch dazu steilen Tunnel einzubauen, sind ebenso problematisch, wie mögliche Auswirkungen eines bei einem Brand enstehenden Giftcocktails auf den Nationalpark Donauauen, die unverständlicherweise nicht untersucht worden sind", kritisiert Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at

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