Foglar zu EU-Jugendpaket: Dramatisches Problem endlich erkannt, rasches Handeln nötig

Dramatische Lage der jungen Menschen ruft nach raschen und verbindlichen Schritten

Wien (OTS/ÖGB) - "Es ist positiv, dass die EU-Kommission nun endlich erkannt hat, dass sie das Problem der Jugendarbeitslosigkeit in Europa nicht länger ignorieren kann", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar zu den heute von der Kommission vorgestellten Plänen für ein Jugendbeschäftigungspaket. "Die Gewerkschaften Europas verlangen schon lange eine Ausbildungsgarantie für junge Menschen, was nun am Tisch liegt sind aber nur erste Schritte in die richtige Richtung."

Die Entwicklung der vergangenen Jahre, besonders in den Ländern Südeuropas, sei dramatisch, so Foglar: "Die Aussichten für junge Menschen unter 25 Jahren, Arbeit zu finden, hat rapide abgenommen. Nicht einmal ein Drittel aller Jugendlichen, die 2010 arbeitslos waren, haben 2011 Jobs gefunden. Horrorzahlen bei der Jugendarbeitslosigkeit wie etwa in Spanien, wo mehr als die Hälfte der Jungen keine Arbeit haben, können nicht länger ignoriert werden." Der heute vorgelegte Vorschlag der Kommission, in der ganzen EU eine Jugendbeschäftigungs- oder Ausbildungsgarantie einzuführen, sei hoch an der Zeit. Die Empfehlung sehe vor, dass alle jungen Menschen binnen vier Monaten nach Beendigung einer Schule oder nach Beginn der Arbeitslosigkeit ein 'qualitativ gutes Angebot' für einen Arbeitsplatz, eine weitergehende Ausbildung oder eine Berufsausbildung bekommen sollen.

"Positiv am Vorschlag der Kommission ist, dass sie die Empfehlung der Sozialpartner einfließen hat lassen", so Foglar. "Uns geht es beim Thema Jugendbeschäftigung nicht um irgendwelche Jobs, nicht um prekäre Arbeitsverhältnisse und nicht um ausbeuterische Praktika. Europas Jugend braucht qualitativ hochstehende Ausbildungen, die sie fit für die Zukunft machen, und reguläre, sozial abgesicherte und gut bezahlte Arbeitsplätze." Positiv sei auch der Ansatz, dass die kurzfristig hohen Anlaufkosten auf Sicht mehr als ausgeglichen würden, weil sich die Staaten Geld für Arbeitslosenunterstützung und Sozialhilfe sparen und weil reguläre Arbeitsplätze auch Steuereinnahmen bringen würden. "Leider bleibt die Kommission aber bei einer Empfehlung, die Verbindlichkeit zur Umsetzung in den Mitgliedsstaaten fehlt. Auch die Frage der Finanzierung ist mit dem Verweis auf den Europäischen Sozialfonds nicht restlos geklärt."

"Das Jugendpaket zeigt, dass die Kommission den Ernst der Lage von Europas Jugend erkannt hat, das ist positiv. Die Einbindung der Sozialpartner ist ebenfalls begrüßenswert. Nun liegt es in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten, ihren jungen Menschen klare Signale zu geben, dass ihnen ihre Zukunft wichtig ist", sagt Foglar abschließend.

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