Nationalrat - Jarolim: Kindeswohl in den Vordergrund stellen

Fokus auf Mediationen und Familiengerichtshilfe nach Scheidung

Wien (OTS/SK) - Durch das Kindschafts- und Namensrechts-Änderungsgesetz soll in Zukunft das "Kindeswohl in den Vordergrund gerückt werden", meint SPÖ-Justizsprecher Johannes Jarolim in der heutigen Nationalratssitzung. Durch die Gesetzesänderung sei es "erstmals gelungen, auch das Kindeswohl zu definieren". Dies bedeute auch, "dass die Eltern nicht das Kind in ihre Streitigkeiten miteinbeziehen", erklärte Jarolim am Mittwoch. ****

Künftig soll durch die Gesetzesänderung verstärkt auf Mediationen, Familiengerichtshilfe und Besuchsvermittlerinnen und -vermittler gesetzt werden. Scheidungen sollen so durchgeführt werden, dass "es das Kind nach Möglichkeit nicht betrifft", sagte Jarolim. Bei etwa 90 Prozent aller Scheidungsfälle gibt es eine gemeinsame Lösung oder einen Vertrag und die Kinder würden "nicht leiden"; bei den verbleibenden zehn Prozent komme es zu Konflikten. "Unser wesentliches Anliegen ist es, das Kindeswohl in den Vordergrund zu stellen und zu verhindern, dass das Kind zur Waffe wird zwischen den beiden Elternteilen", erklärte Jarolim.

Auch wurde eine Lösung für die gemeinsame Obsorge gefunden, um diese vernünftig zu regeln: "Manches Mal gibt es einfach keine Gemeinsamkeit und da muss das Kind geschützt werden." Für solche Fälle ist das "Modell der besonderen elterlichen Verantwortung" vorgesehen. Auf die Dauer von sechs Monaten soll es bei Konflikten eine Lösung für die hauptsächliche Betreuung, die Kontakte und den Unterhalt geben. "Ein Konflikt soll nicht dadurch verstärkt werden, dass ein Elternteil den Unterhalt davon abhängig macht, ob Pflegschafts- und Besuchsrechte zugestanden werden." (Schluss) ok/bj

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