Theo Waigel im HYPO Invest Club - Das Ziel heißt: Die Vereinigten Staaten in Europa

Spitzenpolitiker Theo Waigel diskutiert mit HYPO NOE-Generaldirektor Harold und NÖ Landeshauptmann-Stv. Sobotka über die Zukunft Europas und seiner Währung

Wien (OTS) - Am Dienstagabend begrüßte die HYPO Niederösterreich rund 150 hochkarätige Gäste aus Wirtschaft, Politik und dem öffentlichen Leben zum traditionellen siebten HYPO Invest Club im Palais Niederösterreich in Wien. Key-Note-Speaker des Abends war der ehemalige Deutsche Bundesminister für Finanzen Theo Waigel - passend zur aktuellen Wirtschafts- und Politiklage - mit dem Thema "Die Zukunft Europas und seiner Währung".

In seinem vierzigminütigen Vortrag zog Waigel einen beeindruckenden historischen Querschnitt durch die letzen Jahrzehnte europäischer Geschichte - vom zweiten Weltkrieg bis hin zur positiven Entwicklung zu einem friedlich vereinten Europa. Die Einführung der gemeinsamen Währung sei laut Theo Waigel richtig und notwendig gewesen, um in der heutigen globalisierten Welt auf den Finanzmärkten bestehen zu können. Der Vortragende attestiert der Europäischen Währungsunion in ihrer Entwicklung jedoch eklatante "Erziehungsfehler" im Umgang mit den Mitgliedsländern. Die Aufnahme Griechenlands bezeichnete der ehemalige deutsche Finanzminister als Fehler: "Aufgrund der Zahlen hätte eine Aufnahme schlichtweg nicht erfolgen dürfen", so Waigel.

Zur derzeitigen Staatsschuldenkrise hält der ehemalige Spitzenpolitiker fest: "Die Vorteile einer gemeinsamen europäischen Währungsunion werden zu wenig hervorgehoben. Insgesamt hat Europa aber vernünftig und richtig in der Krise reagiert." Am Ende des Vortrags hob Waigel die Notwendigkeit der Vereinigten Staaten in Europa hervor, welche politisch und rechtlich flexibel sein müssten. Weiters brauche Europa ein eigenständiges Wirtschafts- und Sozialmodell. "Die Europäische Idee bedarf einer Erneuerung. Dazu sollte ein `'Bündnis für Europa' geschaffen werden, gebildet aus Kirchen, Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften, Bauern- und Jugendverbänden, Kulturschaffenden und Stiftungen sowie Städten und Gemeinden. Sie bilden ein konstruktives Netzwerk für den irreversiblen Weg zu einem erfolgreichen gemeinsamen Europa", so der ehemalige deutsche Finanzminister.

In einer anschließenden von Helmut Brandstätter moderierten Podiumsdiskussion mit HYPO NOE-Generaldirektor und Gastgeber des Clubabends, Peter Harold, und NÖ Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka wurden die derzeitige Lage in Europa sowie notwendige Maßnahmen für eine stabile Zukunft Europas diskutiert. Dabei hob der HYPO-Generaldirektor aus Sicht des Bankers vor allem die Notwendigkeit und Wichtigkeit hervor, nachhaltige Maßnahmen zu sehen, welche die derzeitigen Problemfelder in Griechenland lösen können. "Es ist wichtig, Griechenland wieder kapitalmarktfähig zu machen", so Harold. In einem weiteren Punkt waren sich Gastgeber und Vortragender einig, nämlich die Bekämpfung und Eindämmung der Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Dies sei, so die Podiumsdiskutanten unisono, ein wichtiger Schritt zur Europabegeisterung der nächsten Generationen.

Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka unterstrich zudem staatenübergreifende Solidarität als oberste Prämisse für ein gemeinsames Europa und forderte - wie auch Theo Waigel - die Entwicklung von Strategien gegen den wachsenden Pessimismus der europäischen Bevölkerung. "Der einzelne Nationalstaat kann nicht die Lösung für Europa sein. Wir haben die Struktur für eine Lösung zu einem gemeinsamen Europa aber noch nicht gefunden", so der Politiker.

Zum HYPO Invest Club

Die Veranstaltung war der siebte HYPO Invest Club der HYPO NOE Gruppe, nach der Premiere der Veranstaltung im Mai 2009 mit Prof. Lothar Späth als Keynote-Speaker, dem Besuch von Hans-Dietrich Genscher anlässlich des 20. Jahrestages nach dem Fall der Berliner Mauer im Oktober 2009, dem Vortrag des EU-Vizepräsidenten a.D. Günter Verheugen im Juni 2010 über die Zukunft Europas, des Euro sowie der spannenden Diskussion mit Prof. Norbert Walter über die Trends und Optionen der Weltfinanzmärkte nach der Krise im Oktober 2010. Im letzten Jahr begrüßte die HYPO NOE Gruppe den internationalen Top-Ökonom Hans-Werner Sinn über die Probleme und Sinnhaftigkeit eines EURO-Rettungsschirms sowie Spitzenpolitiker und Mitglied des dt. Bundestages Peer Steinbrück zum Thema "Globale Machtverschiebungen - Europas Rolle im 21. Jahrhundert".

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Markus Nepf
HYPO NOE Gruppe
Leiter Group Communications
Tel. +43 (0)5 90 910-1053
Mail: markus.nepf@hyponoe.at

Mag. Elisabeth Dock / Thomas Klemm, Bakk.Komm.
HYPO NOE Gruppe
Stv. Konzernpressesprecher
Tel. +43 (0)5 90 910- (DW - 1235 und DW - 1333)
Mail: elisabeth.dock@hyponoe.at / thomas.klemm@hyponoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HYP0001