GLOBAL 2000 zum Fall Korneuburg: Sanierungsexperte Wruss wenig glaubwürdig

Pestizide im Grundwasser nicht erkannt; Pestizidbelastung des Donaugrabens mitverschuldet

Wien/Korneuburg (OTS) - Wie aus Recherchen von GLOBAL 2000 hervorgeht, war der Sanierungsexperte Professor Wruss bereits seit Sommer 2011 an den ineffizienten und verfehlten Sanierungsmaßnahmen beteiligt, die eine unkontrollierte Ausbreitung der Clopyralid-Kontamination mit allen ökologischen Folgeschäden erst ermöglichten. Nach der Aufdeckung des tatsächlichen Umfangs der Grundwasserkontamination durch GLOBAL 2000 wurde er von der Bezirkshauptmannschaft als neu hinzu gezogener, unabhängiger und externer Experte präsentiert. Aus den GLOBAL 2000 vorliegenden behördlichen Verhandlungsprotokollen über die Sanierungsmaßnahmen geht jedoch hervor, dass Professor Wruss bereits im August 2011 als Sanierungsexperte zugezogen wurde.

"Wir alle können Fehler machen, doch wenn ein erfahrener Grundwassersanierer es verabsäumt, nach einem Chemieunfall das Grundwasser auf die tatsächliche Chemikalienbelastung zu untersuchen, dann ist das ein schwerer Fehler, der nicht passieren darf", sagt Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000. "Eine sorgfältige Grundwasseruntersuchung, wie sie erstmals im September 2012 von GLOBAL 2000 gemeinsam mit dem ORF-Schauplatz durchgeführt wurde, hätte großen Schaden verhindern können!" Dieses Versäumnis führte dazu, dass 50.000 NiederösterreicherInnen im Rußbachtal (zumindest) zwischen Sommer 2011 und September 2012 mit Trinkwasser versorgt wurden, welches über dem Grenzwert durch Clopyralid veunreinigt war.

Aus dem gleichen Grund wurden auch bis zur Aufdeckung der Clopyralidbelastung des Grundwassers geschätzt eine Million Kubikmeter mit Clopyralid kontaminiertes Wasser in das Donaugrabensystem eingeleitet. Burtscher erklärt: "Das führte dazu, dass der Donaugraben heute noch stark mit Pestiziden belastet ist. Umso unverständlicher ist es, dass der gleiche Sanierungsexperte nun kontaminiertes Wasser in die Donau einleiten darf, und zwar ohne zeitliche oder mengenmäßige Beschränkung!" GLOBAL 2000 fordert gemeinsam mit der Bürgerinitiative PRO REINES WASSER Professor Wruss auf, die Einleitung von ungefiltertem Pestizidwasser in die Donau zu unterlassen. "Darüber hinaus möchten wir Professor Wruss einladen, der interessierten Öffentlichkeit sein Sanierungskonzept inklusive einer Zwischenbilanz vorzustellen", sagt Helmut Burtscher abschließend.

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