Kulturministerin Schmied gibt Preisträger für literarische Übersetzung 2012 bekannt: José Antonio Palma Caetano und György Buda

BMUKK vergab 2012 insgesamt 52 Prämien im Gesamtwert von 71.000 Euro für besonders gelungene Übersetzungen.

Wien (OTS) - Jährlich vergibt das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur zwei Staatspreise für literarische Übersetzung. Heute gab Kulturministerin Dr. Claudia Schmied die von einer unabhängigen Fachjury nominierten Preisträger für das Jahr 2012 bekannt. Den Staatspreis für die Übersetzung fremdsprachiger Literatur ins Deutsche erhält der österreichische Übersetzer György Buda. Mit dem Staatspreis für die Übersetzung österreichischer Literatur in eine Fremdsprache wird der in Wien lebende portugiesische Übersetzer José Antonio Palma Caetano ausgezeichnet. Die beiden Staatspreise sind mit je 8.000 Euro dotiert und werden im Rahmen eines Festakts anlässlich der "Translatio" am 30. Juni 2013 in Klagenfurt überreicht.

Kulturministerin Dr. Claudia Schmied: "Die diesjährigen Staatspreise für Übersetzungen zentraler Werke der ungarischen Literatur ins Deutsche bzw. der Werke bedeutender österreichischer Autoren ins Portugiesische zeigen, dass auf die literarischen Übersetzerinnen und Übersetzer Verlass ist, wenn es darum geht, die kulturelle Identität Europas zu stärken. Der Beitrag einer authentischen transkulturellen Arbeit, wie sie von den beiden Preisträgern geleistet wird, zu einem besseren Verständnis für die Bedeutung der Literaturen im europäischen Integrationsprozess kann gar nicht hoch genug bewertet werden."

Neben den Staatspreisen vergibt das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur eine Reihe von Prämien für besonders gelungene Übersetzungen. 2012 wurden insgesamt 52 Übersetzungen mit Prämien in der Höhe von 71.000 Euro ausgezeichnet (2011: 42 Prämien, 61.600 Euro). Mit Übersetzungen in bzw. aus 26 Sprachen - Albanisch, Armenisch, Bosnisch, Bulgarisch, Englisch, Estnisch, Finnisch, Französisch, Georgisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Litauisch, Mazedonisch, Polnisch, Portugiesisch, Resianisch, Rumänisch, Russisch, Schwedisch, Serbisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Ukrainisch, Ungarisch - wurde auch in punkto Sprachenvielfalt ein neuer Höhepunkt erreicht.

Während mit György Buda ein unermüdlicher Sprachmittler und literarischer Übersetzer aus dem Ungarischen ausgezeichnet wird, entschied sich die Jury für José Antonio Palma Caetano aufgrund seines Engagements für die Verbreitung der österreichischen Literatur, u.a. von Peter Handke, Heimito von Doderer, Hugo von Hofmannsthal und Thomas Bernhard, in Portugal.

Der langjährige Portugiesisch-Lektor an den Universitäten Wien und Graz, Jahrgang 1931, der sein Doktorat in Germanistik mit einer Dissertation über "Humor und Groteske im Werk Heimito von Doderers" erwarb, ist auch Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich und des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst. José Antonio Palma Caetano gilt in Portugal als der Thomas-Bernhard-Kenner und arbeitet derzeit an einer portugiesischen Ausgabe der fünfbändigen Autobiografie Thomas Bernhards. Für seine Übersetzung der Extincao/Auslöschung wurde ihm vom P.E.N.-Club und vom Portugiesischen Übersetzerverband der Große Übersetzerpreis verliehen.

Der 1945 geborene György Buda hat zahlreiche Werke der ungarischen Literatur der Moderne (u.a. Gyula Krúdy, Zsigmond Móricz und Sándor Márai) und der ungarischen Gegenwartsliteratur (vor allem Imre Kertész und Péter Esterházy) übersetzt. Buda, der Prosa, Lyrik und Theatertexte gleichermaßen übersetzt und dessen Übersetzungen aus der ungarischen Gegenwartsliteratur sehr mannigfaltig sind, was Stil, Eigenheiten der Ausdrucksweise und Herkunft des Sprachmaterials betrifft, hat sich auch der Werke ungarischer AutorInnen aus der Slowakischen Republik, aus Rumänien und Serbien angenommen. Seine Übersetzungen wurden mit dem Übersetzerpreis der Stadt Wien sowie mehrfach mit der Übersetzerprämie des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur ausgezeichnet.

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