Eröffnung der Forschungsplattform "europäische Integrationsforschung"

Symposium zum Thema "Europas Krise: Beiträge aus Wissenschaft und Praxis"

Wien (OTS) - Das Institut für europäische Integrationsforschung (EIF) wurde neu an der Universität Wien als interfakultäre Forschungs- und Lehrplattform verankert und am 3. Dezember 2012 mit einem Symposium feierlich eröffnet.

In seiner Begrüßung freute sich Rektor Heinz W. Engl über eine Erweiterung der Forschungskompetenz der Universität Wien, von der auch die Studierenden profitieren werden. Da Bundespräsident Heinz Fischer leider nicht an der Eröffnung teilnehmen konnte, verlas der Rektor seine vorab übermittelnde Grußbotschaft. Der Universität Wien sei zum neuen Institut zu gratulieren, denn die "Bedeutung des europäischen Integrationsprozesses ist in der heutigen Politik bekanntlich überragend". Daher sei die EU auch als Forschungsthema unverzichtbar und beispielweise für die Ökonomie, die Rechtswissenschaft, die Kultur- und Sozialwissenschaften von großer Relevanz. Vor diesem Hintergrund bezeichnete er die Eröffnung der Forschungsplattform als Kooperation dieser vier Fakultäten als "kluge und zukunftsweisende Entscheidung".

"Die Eröffnung der Forschungsplattform 'Europäische Integrationsforschung' an der Universität Wien ist in mehrerlei Hinsicht ein gelungenes Beispiel für die österreichische Forschungspolitik der vergangenen Jahre", so Barbara Weitgruber, Sektionschefin der Sektion II (Wissenschaftliche Forschung und internationale Angelegenheiten) im Wissenschafts- und Forschungsministerium. Die Übertragung des Instituts von der ÖAW an die Universität haben für beide Einrichtungen und die Forscherinnen und Forscher einen Mehrwert. "Darüber hinaus wird die Universität Wien in ihrer Profilbildung gestärkt und das Forschungsportfolio der ÖAW wird geschärft." Für Sektionschefin Weitgruber ist die neue Forschungsplattform auch "Ausdruck der positiven Weiterentwicklung des Forschungsstandorts Österreich, der Förderung der Grundlagenforschung und der bestmöglichen Nutzung vorhandener Ressourcen".

Der Festvortrag von Fritz W. Scharpf, Direktor Emeritus des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln, diskutierte die aktuelle Finanzkrise in Europa aus multi-disziplinärer Sicht: Er verband historische, ökonomische, juristische sowie politikwissenschaftliche Aspekte. Grundlegendes Problem sei nicht eine budgetpolitische Fahrlässigkeit der Krisenländer; es sind vor allem die für deren Ökonomien unverträglichen Wirkungsmechanismen einer Wirtschafts- und Währungsunion, die eine einheitliche Zentralbankpolitik für uneinheitliche Volkswirtschaften vorsieht.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Gertrude Tumpel-Gugerell, Heinrich Neisser, Silvia Angelo und Franz Fischler wurde die Krise auch in Hinblick auf Österreich thematisiert. Auswirkungen auf das - vergleichsweise milde, aber dennoch -betroffene Österreich wurden auf mehreren Ebenen diskutiert (Banken, politisches System, Politikfelder wie die Landwirtschaft) und teilweise divergierende Standpunkte wurden benannt (z.B. aus Arbeitnehmer- versus Arbeitgebersicht). Insgesamt wurde gefordert, die Europäisierung der Politik ernster zu nehmen. Als in Österreich vollziehbare praktische Änderungen wurden verstärkte europapolitische Diskurse empfohlen, auch um Populismus vorzubeugen; sowie mehr praktische Erfahrungen auf EU-Ebene, beispielsweise für Nationalratsmitglieder, am besten noch vor ihrem nationalen Amtsantritt. Einig war man sich schließlich, dass auch ein kleines Land in der EU mit guten Ideen überzeugen könne.

Ein zusätzliches hochrangiges Grußwort traf aus dem Ausland ein. Es stammt von der deutschen Soziologin und Politikwissenschafterin, Professor Dr. Dr. h.c. mult. em. Renate Mayntz, die vor dem Transfer des Instituts für europäische Integrationsforschung im Wissenschaftlichen Beirat an der ÖAW das fachzuständige Mitglied war:
"Das EIF hat sich ... in wenigen Jahren zu einem international angesehenen Zentrum sozialwissenschaftlicher Europaforschung entwickelt. Gerade die derzeitige Krise macht deutlich, wie wichtig ein besseres Verständnis der Probleme ist, mit denen die europäische Integration zu kämpfen hat. Das durch zahlreiche Publikationen und die Qualität seiner Mitarbeiter bestens ausgewiesene EIF wird hier auch in seiner neuen institutionellen Form als Forschungsplattform der Universität Wien einen wichtigen Beitrag leisten."

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Rückfragen & Kontakt:

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Institut für europäische Integrationsforschung
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Mag. Elisabeth Grabenweger
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
1014 Wien, Minoritenplatz 5
T +43 1 53120 9014
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