SOS-Kinderdorf/Helmut Kutin: "Die Zukunft unserer Jugendlichen bereitet mir schlaflose Nächte!"

Innsbruck/Wien (OTS) - "Junge Menschen mit besonders belasteter Vergangenheit brauchen noch intensivere Förderung, um Perspektiven für ein besseres Morgen entwickeln zu können. Und dafür bitte ich die Menschen in Österreich um ihre Unterstützung und Solidarität".

"Die weltweite Wirtschaftskrise macht auch vor den Toren der SOS-Kinderdörfer nicht Halt und stellt uns vor neue große Herausforderungen", betont Kutin. "Daher sehe ich es heute (neben unserer Kernaufgabe, Kindern/Jugendlichen ein liebevolles Zuhause zu geben) als dringlichste Aufgabe, ihnen bei der Verselbstständigung und beruflichen Integration zu helfen - und das wird immer schwieriger!" so der SOS-Kinderdorf Präsident. "Aus den Kindern werden Jugendliche, aus den Jugendlichen Erwachsene, und ihre Zukunft bereitet mir viele schlaflose Nächte!"

Eine Gruppe junger Menschen hat es besonders schwer

Für die junge Generation ist es generell schwieriger geworden, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und sich damit die Basis für ein gutes eigenständiges Leben als Erwachsene zu legen. Besonders hart ist die Lage für die rund 38.000 Kinder und Jugendlichen aus sehr prekären sozialen und familiären Verhältnissen, die in Österreich von Maßnahmen der Jugendwohlfahrt betroffen sind. Über 11.000 leben nicht zuhause bei den Eltern, sondern in Kinderdörfern, Heimen, Wohngemeinschaften, Pflegefamilien, etwa 27.000 werden ambulant betreut.
Zahlen Jugendwohlfahrtsbericht von 2011

Intensive individuelle Förderung und ausreichend Zeit zum Erwachsenwerden

Fast alle dieser jungen Menschen haben einen schweren Rucksack zu tragen - voller schmerzlicher Erfahrungen durch Armut, Krankheit und Überforderung ihrer Eltern oder durch Verwahrlosung, Gewalt und Missbrauch in den Familien. Diese Jugendlichen brauchen sehr intensive individuelle Förderung und Betreuung und mehr Zeit, um ihr Trauma zu bewältigen - als Basis, um einen Schulabschluss oder eine Berufsausbildung überhaupt schaffen zu können. "Gelingt das nicht, ist das Risiko im Leben zu scheitern und 'abzustürzen' besonders hoch", warnt Kutin. "Hier müssen wir als Gesellschaft rechtzeitig unterstützend eingreifen", appelliert er an Politik und Zivilgesellschaft - und ergänzt: "Wir alle tragen dafür gemeinsam Verantwortung!"

Fast jeder zweite Jugendliche in Griechenland oder Spanien ist arbeitslos

Ein Blick über die Grenzen zeigt im internationalen Bereich ein noch viel drastischeres Bild. Fast jeder zweite Jugendliche in Griechenland oder Spanien ist arbeitslos! Und im Süden der Welt, ganz besonders in vielen Ländern Afrikas, ist die Lage noch schlimmer. "Daher werden die SOS-Kinderdörfer in Österreich und auf der ganzen Welt ihren Einsatz für die Ausbildung und berufliche Integration der Jugend weiter verstärken - und dafür brauchen wir zusätzliche Mittel", sagt Kutin und bittet alle Österreicherinnen und Österreicher in seinem Weihnachtsaufruf um ihre Unterstützung und Solidarität.

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Viktor Trager, SOS-Kinderdorf/Presse,
Tel. 0676/88144201,
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