"kreuz und quer" über "Die Papstmacher"

Außerdem am 4. Dezember: "Die Anfänger"

Wien (OTS) - "kreuz und quer" beschäftigt sich am Dienstag, dem 4. Dezember 2012, um 22.30 Uhr in ORF 2 zunächst in einem Film von Peter Beringer mit den "Papstmachern", also den einflussreichsten Kardinälen, die selbst als "papabile" gelten. Danach stehen um 23.25 Uhr "Die Anfänger", in einem Film von Florian Kröppel, im Fokus, konkret: drei junge Seelsorger verschiedener Konfessionen.

"Die Papstmacher", 22.30 Uhr

Dem Kardinalskollegium haftet seit jeher der Nimbus des Geheimnisvollen, des Erhabenen und zugleich Unnahbaren an. Aus ihrem Kreis wird der nächste Papst gewählt. Wer gilt aus jetziger Sicht als "papabile"? Hat ein Kardinal aus einem nichteuropäischen Land Chancen auf das Papstamt? Gibt es so etwas wie einen "Wahlkampf" im Konklave? Die Dokumentation stellt Kardinäle vor, die aus heutiger Sicht von Vatikan-Experten immer wieder als Favoriten für das Amt Petri genannt werden, und stellt Kardinäle aus den verschiedenen Kontinenten vor.

Kardinäle sind der Hochadel der Kirche, ein exklusiver Kreis von rund 200 hohen Geistlichen. Kardinäle werden vom Papst eingesetzt - und jede Ernennung ist ein kirchenpolitisches Signal. Stirbt der Papst, wählt das Kardinalskollegium den Nachfolger. So entscheiden die Kardinäle über den Kurs der Kirche. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Kirchenzentrale und das Kardinalskollegium deutlich internationalisiert - das spricht für eine gesteigerte Vielfalt an Meinungen und Ideen. Andererseits ist das Kardinalskollegium - meinen viele - in den langen Pontifikats-Jahren von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. theologisch auf Linie gebracht worden. Welchen Kurs wird die Kirche nehmen, wenn der gegenwärtige Papst abtritt oder stirbt? Wird die Kirche sich in Zukunft "liberalisieren", oder werden ganz andere Schwerpunkte - etwa die weltweite Mission oder die Koexistenz mit anderen Religionen - die Kirche zwingen, noch schärferes Profil zu zeigen?

In der Dokumentation befragt Regisseur Peter Beringer wichtige Kardinäle aus allen Weltregionen, u. a. den Chinesen John Tong Hon, den Honduraner Oscar Rodriguez Maradiaga, den Nigerianer John Onaiyekan und den Mailänder Erzbischof Angelo Scola über den zukünftigen Kurs der Kirche, zeigt die Welt, aus der sie kommen, und damit den Hintergrund ihrer Vorstellungen und Ideen. Einige von ihnen gelten als "papabile" - vielleicht ist ein künftiger Papst unter ihnen. Professionelle Vatikan-Beobachter wie Andrea Tornielli und Marco Politi sowie der Theologe Paul Zulehner sprechen über die geheime und reale Macht der Kardinäle, erklären, in welche Richtung die Kirche steuert, und geben eine vage Prognose, welcher der Kardinäle aus jetziger Sicht als papabile gilt. Ob auch der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn als papabile eingeschätzt wird, auch darüber hat Peter Beringer mit den Vatikan-Beobachtern gesprochen.

"Die Anfänger", 23.25 Uhr

Es wird wohl kaum einen wichtigeren Tag im Leben des jungen Stefan Kopp geben als jenen, an dem er zum Priester in der römisch-katholischen Kirche geweiht wurde. Der 25-jährige Kärntner hat alle Hürden genommen, seine Zweifel und Ängste überwunden und ist sich nun sicher, dass er das Leben eines Priesters führen will. Was das bedeutet? Keine Familie, kein Vermögen, dafür viel Arbeit in den Pfarren, kaum Freizeit und ein hoher Erwartungsdruck hinsichtlich seines moralischen Verhaltens.

Einer ähnlichen Herausforderung sieht auch Angelika Petritsch entgegen. Obwohl die 28-Jährige nicht an den Zölibat - die Ehelosigkeit - gebunden ist, gestaltet sich der Alltag in ihrer Eferdinger Ausbildungspfarre um nichts arbeitsärmer. Besuche im Altersheim, Taufgespräche und Schulunterricht sind nur die Spitze des Eisbergs. Manchmal fühlt sie sich von der Arbeit auch überfordert, vor allem weil sie als Anfängerin noch überall dazulernen kann und muss. Obwohl sie erst in einem Jahr offiziell Frau Pfarrer genannt wird, arbeitet sie schon heute auf der Kanzel und an der seelsorgerischen Front. Dort wird sie mit den schönen Seiten des Lebens genauso konfrontiert wie mit Krankheit und Tod. Ans Aufgeben hat die lebenslustige Wienerin aber noch keinen Gedanken verschwendet.

Ebenso wenig wie Zeadin und Nadire Mustafi. Das Ehepaar leitet den muslimischen Verein im niederösterreichischen Hollabrunn. Hier hat man vor einiger Zeit einen alten Weinkeller zu einem Gebetsraum umfunktioniert. Aber was für ein paar Jahre gut war, kann nicht für immer so bleiben. Vor allem nach starken Regenfällen steht der Keller unter Wasser, weswegen das Freitagsgebet schon des Öfteren ausgefallen ist. Nadire und Zeadin wollen nicht nur bei ihrer Unterbringung Fortschritte erzielen. Es ist ihnen ein ausdrückliches Anliegen, die Kommunikation mit der Bevölkerung in Hollabrunn zu verbessern. Zwischen ihrem Studium, den Unterrichtsstunden Zeadins und der seelsorgerischen Frauenarbeit Nadires gilt es, ihre beiden Kinder zu versorgen und Projekte für den interreligiösen Dialog zu starten.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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