Islamisch-theologisches Studium Wien: "Gut Ding braucht Weile"

Dialog-Experte Rupprecht skeptisch über Zeitvorgabe 2015

Wien, 03.12.12 (KAP) Dass in Wien ein islamisch-theologisches Studium als Voraussetzung für die Imame-Ausbildung in Österreich eingerichtet werden soll, ist für den seit langem im christlich-muslimischen Dialog engagierten Wiener Dechanten Martin Rupprecht "grundsätzlich zu begrüßen". Skeptisch äußerte sich Rupprecht aber über die Zeitvorgabe 2015. Er halte es nicht für realistisch, dass in so kurzer Zeit ausreichend qualifizierte Lehrkräfte für ein Islam-Studium zur Verfügung stehen, die heimischen Qualitätsansprüchen an universitäre Lehre und Forschung entsprechen, so Rupprecht in einem "Kathpress"-Interview am Montag:
"Gut Ding braucht Weile."

Der Pfarrer von Wien-Neufünfhaus und Islambeauftragte der Erzdiözese Wien ist seit Jahren in die Integration islamischer Geistlicher in Österreich eingebunden. Wenn Imame aus der Türkei nach Österreich kommen, erhalten sie vom Außenministerium eine Schulung, in die auch die von Rupprecht geleitete "Kontaktstelle für christlich-islamische Begegnung" eingebunden ist. Die türkische Religionsbehörde, die die Imame für Österreich bisher auswählt, begrüße das Projekt einer theologischen Qualifizierung in Österreich selbst, weiß Rupprecht. Und langfristig sei es für die Ausbildung einer mitteleuropäischen islamischen Identität sicher zu begrüßen.

Allerdings brauche es für die Etablierung fundierter islamischer Theologie, die in deutscher Sprache an einer heimischen Universität gelehrt wird, sicher Geduld. Derzeit fehle es noch an einem ausreichenden Pool an habilitierten Islam-Wissenschaftlern.

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