WKÖ: Österreich - ein Best practice Beispiel für geringe Jugendarbeitslosigkeit

Geringe Jugendarbeitslosigkeit in Österreich durch starke Sozialpartnerschaft, duale Berufsausbildung und dynamischen, flexiblen Arbeitsmarkt

Wien (OTS/PWK903) - "Eine hohe Jugendarbeitslosigkeit bedeutet den Verlust von Lebens- und Zukunftsperspektiven für eine ganze Generation. Wir brauchen effektive Arbeitsmarktmaßnahmen, um der Jugend in Europa Jobchancen und damit Perspektiven zu bieten", so Martin Gleitsmann, Abteilungsleiter der sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Martin Gleitsmann und Thomas Mayr, Geschäftsführer des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft, präsentierten heute, Montag, das österreichische Modell der Jugendbeschäftigung und Jugendausbildung in der Ständigen Vertretung Österreichs in Brüssel.

Im europäischen Umfeld ist die Jugendarbeitslosigkeit alarmierend hoch: Fast 6 Millionen Jugendliche in der EU sind arbeitslos, mehr als jeder Fünfte unter 25 Jahren findet keinen Job. Es ist nachweisbar, dass die EU-Länder, die über ein ausgebautes duales Berufsbildungssystem verfügen, am wenigsten von Jugendarbeitslosigkeit betroffen sind. "In Österreich ist aber nicht nur die Jugendarbeitslosigkeit mit 8,5% gering, sondern auch bei der Jugendbeschäftigung ist Österreich - gemeinsam mit Deutschland - eine Ausnahmeerscheinung, denn in fast allen Mitgliedstaaten ist seit der Krise die Jugendbeschäftigungsquote gesunken", so Gleitsmann weiter. "Österreichs Rezept für eine geringe Jugendarbeitslosigkeit und eine stabile Jugendbeschäftigung liegt in der starken Sozialpartnerschaft, der dualen Berufsbildung und einem dynamischen, flexiblen Arbeitsmarkt."

"Zu strenge Kündigungsbestimmungen und zu hohe Mindestlöhne in vielen Ländern Europas behindern das Beschäftigungswachstum, welches wir insbesondere für Berufseinsteiger dringend brauchen", betont Gleitsmann. Neben einem dynamischen Arbeitsmarkt braucht es aber auch ein gut etabliertes duales Berufsausbildungssystem und eine effektive Arbeitsmarktpolitik. Die österreichische Ausbildungsgarantie leistet einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Jugendlichen, die nach Absolvieren der Schulpflicht keine betriebliche Lehrstelle finden, steht ein großes Angebot an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zur Verfügung, z.B. Jugendcoaching, Lohnzuschüsse, Produktionsschulen und vieles mehr.

"Die duale Berufsbildung muss in das reguläre Bildungssystem integriert und die Unternehmen bzw. die Unternehmensvertreter müssen mit einbezogen sein", erklärt Thomas Mayr: Eine solche Miteigentümerschaft auf Seiten der Sozialpartner sei entscheidend für das Funktionieren einer dualen Berufsbildung. "Das österreichische System kann sicher nicht 1:1 auf andere Länder übertragen werden, aber mit einer gelebten Sozialpartnerschaft und einem Zusammenspiel aller Kräfte sind auch schwierige Zeiten leichter zu meistern", schließen Gleitsmann und Mayr. (FA)

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