- 03.12.2012, 12:08:11
- /
- OTS0132 OTW0132
JUGENDVERTRETUNG: Europäische Ausbildungsgarantie für Jugendliche dringend notwendig!
Die BJV betont die Notwendigkeit von europäischen Maßnahmen, die verhindern, dass Jugendliche aus Ausbildung und Arbeitsmarkt gedrängt werden!
Utl.: Die BJV betont die Notwendigkeit von europäischen Maßnahmen,
die verhindern, dass Jugendliche aus Ausbildung und
Arbeitsmarkt gedrängt werden! =
Wien (OTS) - Bezüglich der aktuellen Arbeitsmarktdaten macht die
Bundesjugendvertretung (BJV) auf die Problematik vieler Jugendlicher
am Arbeitsmarkt aufmerksam: "In Österreich ist zwar immer wieder zu
hören, wie gut wir gerade bei der Jugendarbeitslosigkeit dastehen,
dennoch darf sich die Regierung nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen.
Letztendlich bringt der Vergleich mit der dramatischen
Jugendarbeitslosigkeit anderer europäischer Länder den betroffenen
Jugendlichen in Österreich rein gar nichts", betont BJV-Vorsitzender
Wolfgang Moitzi.
Die BJV fordert hier vor allem länderübergreifendes Vorgehen:
"Derzeit sind 5,5 Millionen junge Menschen in der EU arbeitslos.
Jugendarbeitslosigkeit wird auf lange Sicht nicht an nationalen
Grenzen Halt machen. Daher braucht es hier ein gemeinsames,
europäisches Vorgehen. Unser Ruf nach einer EU-weiten
Ausbildungsgarantie scheint nun auch bei der EU-Kommission angekommen
zu sein", so Moitzi zu den aktuell veröffentlichten Ankündigungen.
Hohe Dunkelziffer
Neben den Jugendlichen, die arbeitslos sind, sich in Schulungen
befinden oder auf Lehrstellensuche sind, weist die BJV noch auf eine
enorme Dunkelziffer hin: "Jugendliche, die sich in einer
überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) befinden oder junge Menschen, die
weder einem Job oder einer Ausbildung nachgehen und dennoch nicht
arbeitslos gemeldet sind (NEETs), scheinen gar nicht in der Statistik
auf. Dennoch gibt es allein in Österreich bei den 16-24jährigen
75.000 Jugendliche, die als NEETs einzustufen sind", erklärt Moitzi.
Die überbetriebliche Lehrausbildung sei zwar ein wichtiges
Auffangnetz, dennoch müsse hier vor allem darauf geachtet werden,
dass es dabei nicht auf eine aufgeschobene Arbeitslosigkeit
hinausläuft. "Bei der überbetrieblichen Lehrausbildung muss es eine
entsprechende Evaluierung geben, was die Qualität der dort gebotenen
Ausbildung und vor allem auch die Vermittlungsquoten nach dem
Abschluss angeht! Außerdem müssen darüber hinaus die Betriebe
angehalten werden, wieder mehr Lehrlinge auszubilden. Die
Lehrausbildung sollte beispielsweise als Kriterium bei der Vergabe
von öffentlichen Aufträgen und Förderungen berücksichtigt werden",
fordert Moitzi.
Prävention gefordert!
Insgesamt brauche es jedenfalls verstärkte Maßnahmen, dass es gar
nicht so weit kommt, dass Jugendliche aus dem Ausbildungssystem und
dem Arbeitsmarkt rausfallen: "Jugendliche brechen nicht aus Jux und
Tollerei die Schule oder Ausbildung ab. Viele haben Probleme mit
ihren AusbildnerInnen oder mit der geforderten Leistung. Hier braucht
es mehr Ressourcen für zusätzliche Lehrkräfte, die Unterstützung
anbieten oder als VermittlerInnen bei Konflikten tätig werden",
betont Moitzi.
Der Vorsitzende macht außerdem auf die fehlende Verankerung einer
qualitativen Berufsorientierung im Schulsystem aufmerksam: "Wir
fordern schon lange ein eigenes verpflichtendes Unterrichtsfach für
Berufs- und (Aus)Bildungswegorientierung in der 7. und 8. Schulstufe,
in das auch externe PraktikerInnen einbezogen werden. Dieses muss
natürlich ohne Benotung sein und auch Geschlechter- und
Diversitätsperspektiven einbeziehen."
Bildung ausbauen!
Der Schlüssel im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit liegt für die BJV
jedenfalls in einem Ausbau und Förderung von Bildung, um jungen
Menschen hier gleiche Chancen zu bieten. "Wir müssen aber leider
immer wieder gegenteilige Maßnahmen der Politik beobachten. Auch der
stetige Ausbau von Hürden an den Hochschulen sind hier völlig
kontraproduktiv", kritisiert Moitzi.
Aus diesem Grund ruft die BJV für kommenden Mittwoch gemeinsam mit
der ÖH zu einer Demo für freie Bildung auf!
Demonstration für freie Bildung am 5.12.2012
Treffpunkte: 16 Uhr Uni Wien und TU Wien
Abschlusskundgebung: 18 Uhr Museumsquartier
"Wir fordern, dass das Recht auf Bildung in Österreich endlich
anerkannt wird und Jugendliche gleichberechtigte Chancen auf einen
sicheren Arbeitsplatz haben", appelliert Moitzi abschließend.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BJV






