ÖGB-Foglar zu Kurzarbeit: Gutes Kriseninstrument, nur mit Mitbestimmung

Kurzarbeit wird für Unternehmen günstiger, Betriebsräte bestimmen weiter mit

Wien (OTS/ÖGB) - "Es steht außer Frage, dass Kurzarbeit ein wichtiges Instrument war und ist, um in Krisenzeiten Arbeitsplätze zu sichern", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar zur aktuellen Diskussion. "Genau so steht für den ÖGB und die Gewerkschaften außer Frage, dass es bei Kurzarbeitsvereinbarungen in den Betrieben auch weiterhin sozialpartnerschaftlich, das heißt mit Mitbestimmung aller Beteiligten, zugehen muss."

In den Krisenjahren 2009 und danach sei die Kurzarbeitsvereinbarung der Sozialpartner ein wesentliches Instrument gewesen, um größere Arbeitsplatzverluste in Österreich zu verhindern. "Kurzarbeit ist in bestimmten Phasen gut für Betriebe und Beschäftigte. Sie verhindert Arbeitslosigkeit und kommt den Staat daher auch günstiger, als Arbeitslosigkeit," so Foglar. "Die Beschäftigten verzichten im Zeitraum der Kurzarbeit auf wesentliche Einkommensteile. Dieses mit öffentlichen Mitteln geförderte Kriseninstrument muss ihnen im Gegenzug Sicherheit, Perspektiven und Mitbestimmung bieten." Das hätten die Sozialpartner in den Betrieben bisher immer so gehalten, wenn sie Kurzarbeitsvereinbarungen abgeschlossen hätten. "Die Betriebsräte und Gewerkschaften wissen sehr gut, was die Unternehmen verkraften, sie werden auch in Zukunft an vernünftigen Lösungen mitarbeiten."

Mehr Geld für Betriebe - weniger Mitbestimmung, das wird es nicht geben

Den Vorschlägen der Industrie und anderer, bei der Neuregelung der Kurzarbeit die Mitbestimmung der BetriebsrätInnen einzuschränken, erteilt der ÖGB-Präsident eine Abfuhr: "Das ist weder vorgesehen, noch wird es das mit uns geben. Die Kurzarbeit soll für die Unternehmen nun ohnehin günstiger werden, weil der Arbeitgeberanteil an die Sozialversicherung bereits ab dem 5. und nicht mehr ab dem 7. Monat vom Staat übernommen wird. Das zeigt einmal mehr, dass der Sozialstaat auch den Unternehmen große Vorteile bringt. Den ,Vorteil', dass die Betriebsrätinnen und Betriebsräte aber nicht mehr oder nur mehr eingeschränkt mitreden sollen, den werden sie nicht bekommen. Mehr Geld für Betriebe und weniger Mitbestimmung der Belegschaften wird es nicht geben."

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB-Kommunikation
Nani Kauer, MA
1020 Wien, Johann-Böhm-Platz 1
Tel. 01/53 444 39261 oder 0664/6145 915
www.oegb.at
www.facebook.at/oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001