Luxus für wenige - zahlen müssen alle

Zahnärzte fordern statt der Erbringung von Luxusleistungen in den Kassenambulatorien die Aufhebung der Selbstbehalte für die zahnärztliche Grundversorgung, die alle Patienten zahlen müssen

Wien (OTS) - Im 2. Sozialversicherungs-Änderungsgesetz 2012 fordert Gesundheitsminister Stöger, dass zahnärztliche Kassenambulatorien ab 1. Jänner 2013 auch zahnmedizinische Leistungen erbringen dürfen, die nicht im derzeitigen Kassenvertrag enthalten sind.

Er zementiert damit, dass die Bevölkerung auch in Zukunft mit einem zahnärztlichen Kassenvertrag leben muss, der in seinen Grundzügen auf das Jahr 1957 (!) zurückgeht.

Der Entwurf lässt die Patientenorientierung gänzlich vermissen, da die Wohnort nahe zahnärztliche Versorgung nicht durch die Kassenambulatorien, sondern durch die niedergelassenen ZahnärztInnen sichergestellt wird. Kassenambulatorien sind ausschließlich in Gunstlagen angesiedelt, während ein Großteil der Bevölkerung dieses Privileg nicht genießt. Dass nur 5 % der Versicherten die Leistungen der Kassenambulatorien in Anspruch nehmen, spricht für sich.

Stattdessen fordert die Österreichische Zahnärztekammer die Berücksichtigung der Interessen von 95 % der Versicherten, die von den Stöger'schen Plänen ausgeschlossen sind und bis heute für Leistungen der zahnärztlichen Grundversorgung bis zu 50 % Selbstbehalte zahlen müssen. Eine patientenorientierte Gesundheitspolitik würde die Abschaffung der Selbstbehalte und eine gesetzlich geregelte Bezuschussung von Leistungen für Bedürftige umfassen. Die Idee des Gesundheitsministers verstärkt nur die Ungerechtigkeit des bestehenden Systems und die 2-Klassen-Medizin.

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